„Ich dachte, mein Vorsprung sei größer“ – Santiago Buitrago erklärt das Scheitern der Flucht auf Etappe 9 auch mit schlechten Zeitangaben

Radsport
Montag, 31 August 2026 um 10:00
Santiago Buitrago
Die neunte Etappe der Vuelta a España hätte viele Wendungen nehmen können. Ohne Tadej Pogačar herrschte erstmals spürbare Ungewissheit über den Verlauf des Tages. Als sich schließlich eine starke Ausreißergruppe formierte, schien das Peloton bereit, den Fluchtgruppen den Kampf um den Tagessieg zu überlassen. Am Ende jubelte jedoch das Rote Trikot Enric Mas am Alto de Aitana. Santiago Buitrago wurde als Bester der Fluchtgruppe Zehnter.
Die Gruppe des Tages umfasste deutlich über 20 Fahrer, zerfiel jedoch bereits vor dem Schlussanstieg. Das Trio Pavel Sivakov, Alessandro Romele und Marcel Camprubí setzte sich an der vorletzten Schwierigkeit, dem kategorisierten Anstieg der 3. Kategorie Puerto de Benifallim, ab und nahm den finalen Berg mit rund einer Minute Vorsprung in Angriff.
Zu diesem Zeitpunkt lag das Peloton mit 4:30 Minuten noch deutlich zurück, was den Ausreißern realistische Chancen ließ. Doch sobald das Feld unter dem harten Tempo von Decathlon CMA CGM beschleunigte, schrumpfte Sivakovs Vorsprung spürbar. Damit sanken auch Buitragos Optionen, der sich solo auf die Verfolgung von Sivakov machte.
Schließlich wurde der Kolumbianer von einem attackierenden Richard Carapaz gestellt, just als er im Begriff war, zu Sivakov aufzuschließen. Der Fahrer von Bahrain - Victorious versuchte sofort, die zögernden Favoriten mit einer Gegenattacke zu überraschen, kam jedoch nicht entscheidend weg und rollte letztlich 1:41 Minuten zurück ins Ziel.
„Heute wollte ich auf den Etappensieg fahren. Ich habe bis ganz zum Schluss alles gegeben. Die Informationen aus dem Auto haben nicht ganz gepasst. Ich dachte, ich hätte zu Beginn des Anstiegs einen größeren Vorsprung, aber als ich mich umdrehte, kamen sie schon näher. Das ist schade.“

Gepunktetes Trikot als guter Trost

Als kleine Belohnung für seinen Einsatz übernimmt Buitrago die Führung in der Bergwertung mit 29 Punkten, gefolgt von Enric Mas mit 24.
„Am Ende so eine zermürbende Etappe und dann kurz vor dem Ziel gestellt zu werden – das ist hart. Ein Sieg heute wäre noch schöner gewesen. Erster zu werden, ist das beste Gefühl. Trotzdem bin ich glücklich mit dem Führungstrikot, und wir versuchen, es bis zum Schluss zu verteidigen.“
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