„Ich vertraue Quick-Step zu 100 %“ – Paul Magnier schlägt Angebot aus, zu Red Bull - BORA - hansgrohe zu wechseln

Radsport
Montag, 31 August 2026 um 9:30
Paul Magnier
Paul Magnier zählt derzeit zweifellos zu den spannendsten jungen Fahrern im Peloton. Der 22-jährige Franzose stürmte wie ein Tornado in die Profi-Ränge und sammelte in drei Saisons bei Soudal - Quick-Step nicht weniger als 32 Siege. Seine Leistungen weckten natürlich Begehrlichkeiten anderswo, doch Magnier bekräftigt seine Treue zur belgischen Mannschaft – trotz eines lukrativen Angebots von Red Bull - BORA - hansgrohe.
Red Bull - BORA - hansgrohe ist seit dem Einstieg des österreichischen Getränkekonzerns vor der Saison 2024 zu einem zentralen Akteur auf dem Transfermarkt geworden. Das Team von Ralph Denk erlebte nach dem Abschied von Peter Sagan, der seit 2017 das Gesicht der Mannschaft war, „eine etwas seltsame Phase“, fand aber als neuer Grand-Tour-Akteur schnell eine klare Ausrichtung.
In der darauffolgenden Saison bauten die Deutschen ein respektables Bergaufgebot um Remco Evenepoel auf, darunter den fünffachen Grand-Tour-Sieger Primož Roglič, Giro-Sieger 2022 Jai Hindley, Florian Lipowitz, Giulio Pellizzari und Daniel Felipe Martínez.
Auf dieser Ebene sind kaum noch Verbesserungen möglich – es sei denn, man verpflichtet Tadej Pogačar. Zumal mit dem jungen Wunderkind Lorenzo Finn, Sieger von Giro Next Gen und Tour de l’Avenir, zur kommenden Saison ein weiterer Fahrer in die WorldTour aufrückt.

Superteam auf allen Ebenen

In den Klassikern ist eine gewisse Schwäche spürbar, doch der junge Kern mit Laurence Pithie und den Van-Dijke-Zwillingen hat das Potenzial, diese Lücke in der nächsten Saison zu schließen. Damit bleibt Red Bull vor allem eine offensichtliche Baustelle – die Massensprints.
Diesen Bereich deckt derzeit Jordi Meeus ab. Der Belgier, 2023 Sieger auf den Champs-Élysées, ist jedoch nicht der reine Top-Sprinter, auf dessen Siege man regelmäßig bauen kann. Zudem wechselt Meeus ohnehin 2027 zu Lidl-Trek.

Sofortige Wirkung gefragt

Red Bull - BORA - hansgrohe hat für den 28-Jährigen bereits Ersatz in der Pipeline. Aus der eigenen Entwicklungsstruktur rücken zwei talentierte italienische Sprinter nach: Davide Donati (21) und Alessio Magagnotti (19), der kürzlich Magnier im Sprint der Deutschland Tour schlug. Dennoch dürften beide noch Feinschliff benötigen. Red Bull verlangt jedoch sofortige Ergebnisse – deshalb nahm man Kontakt zu Paul Magniers Agenten auf.
Der bis 2029 an die belgische Formation gebundene Magnier machte jedoch klar, dass er keine Absicht hat zu wechseln. Bei seinem Team verfügt er über einen voll engagierten Sprintzug und realistische Chancen auf die Kapitänsrolle bei der Tour de France in naher Zukunft – etwas, das das GC-orientierte Red Bull derzeit nicht zusichern kann.
„Ich fühle mich bei Soudal Quick-Step sehr wohl, ich habe einen sehr guten Lead-out und immer jemanden, der das Rennen kontrolliert“, sagte Magnier gegenüber L’Équipe. „Red Bull baut ein großes Team auf, aber ich vertraue Quick-Step zu 100 Prozent. Sie vertrauen mir. Mit Jürgen Foré versuchen wir, für Klassiker und Sprints eine Mannschaft um mich herum aufzubauen.“
Magnier bleibt damit einer von zwei Sprintstars bei Quick-Step an der Seite von Tim Merlier, während Red Bull vorläufig auf die Neuzugänge setzen muss – die zweifellos selbst großes Potenzial mitbringen –, zumindest solange, bis anderswo ein Sprinter vom Kaliber Magniers verfügbar wird...
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