„Ich bin dieses Jahr drei Monate gar nicht aufs Rad gestiegen“ – Eddie Dunbar feiert unter Tränen seine Rückkehr an die Spitze

Radsport
Freitag, 11 September 2026 um 18:45
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Eddie Dunbar hat bis zur Vuelta a España ein Horrorjahr erlebt, und selbst in Spanien fehlten ihm lange die erhofften Beine. Doch aus dem Nichts, entgegen seinem eigenen Gefühl, zeigte der Ire am Alto de Estepona seine beste Form und gewann das Bergankunft-Finale der 19. Etappe.
Dunbar hatte nicht das Gefühl, dass der Tag ihm liegen würde, und selbst eine Flucht wirkte nach einer extrem schnellen ersten Rennstunde unwahrscheinlich.
„Nach fünfzig oder sechzig Kilometern habe ich dem Team sogar über Funk gesagt, dass es nicht mein Tag ist – ich fühlte mich nicht gut. Am Ende landete ich doch in der Fluchtgruppe, und dort wurden die Beine ein Stück besser“, sagte der 30-Jährige im Zielinterview.
An einem brutalen Renntag hatten nur Fahrer mit Topform eine Chance auf die Gruppe des Tages. Mehrere Attacken der Klassementfahrer erhöhten zusätzlich das Tempo. Am Ende hatte Pinarello - Q36.5 Pro Cycling Team drei Fahrer in der Gruppe: Dunbar, den spanischen Meister Marcel Campubrí und Tom Gloag.
„Zwei Teamkollegen in der Flucht zu haben, hat mich beruhigt. So konnte ich mein eigenes Tempo fahren und etwas entspannen. Dass Gloag am Schlussanstieg dabei war, machte einen riesigen Unterschied. Er war unglaublich stark heute, ich dachte zwischendurch sogar, er gewinnt“, räumt Dunbar ein.
Eddie Dunbar vor Etappe 4 der Vuelta a España 2026
Eddie Dunbar bei der Vuelta a España 2026

Der siegbringende Angriff

Als die Post am 18 Kilometer langen Anstieg nach Estepona abging, sah es tatsächlich so aus, als wäre Gloag die beste Option des Teams. Nach der ersten Attacke von Santiago Buitrago konnte nur der Brite folgen. Doch Dunbar und Urko Berrade schlossen auf. Dunbars dosiertes Tempo erwies sich als der richtige Ansatz.
„Ich muss mit meinen Körnern vorsichtiger umgehen als Buitrago. Er fährt eine starke Vuelta, und ich hätte seine Beine heute nur zu gern. Ich wusste, ich habe nur eine Patrone, und die wollte ich für den Etappensieg einsetzen“.
„Als sie am steilen Stück rund zwölf Kilometer vor dem Ziel gingen, habe ich bewusst vermieden, in den roten Bereich zu gehen. Ich kam wieder ran, und das hat mir einen echten Motivationsschub gegeben“.
Dunbar fuhr nahe am Limit, hob sich seine eine große Beschleunigung jedoch auf, bis er Buitrago im letzten Kilometer stellte – wenige Minuten nachdem der Kolumbianer attackiert hatte.
„Der letzte Kilometer verging so schnell – ich kann mich an nichts erinnern.“ In diesem Moment war Dunbar schlicht der Stärkere der beiden und fuhr zu seinem ersten Etappensieg seit seinen Erfolgen bei der Ausgabe 2024.

Dunbars Horrorjahr endet mit einem Höhepunkt

Für den Iren war es ein besonders emotionaler Sieg nach einem Jahr voller Auf und Ab. Nach dem Wechsel zu Pinarello fand er mehr Freiheiten als Kapitän. Doch ein Trainingssturz im März führte zu einem Knöchelbruch, der ihn bis in den Juni vom Rad fernhielt.
„Ich bin in diesem Jahr drei Monate gar nicht Rad gefahren. Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, überhaupt hier zu sein, geschweige denn um den Etappensieg zu kämpfen.“ Nach einem intensiven Wettkampfblock hat er bei der Vuelta wieder gute Form gefunden und mit dieser Vorstellung ein neues Kapitel seiner Karriere aufgeschlagen.
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