Die 11. Etappe des Giro d’Italia endete mit einem Erfolg für die Ausreißer, während sich das Peloton im Kampf um die Gesamtwertung weitgehend zurückhielt. Auf einem Tag mit zahlreichen Anstiegen und technisch anspruchsvollen Abfahrten blieb
Jonas Vingegaard dennoch hochkonzentriert – nicht zuletzt wegen einer Entscheidung, die ihm unterwegs Sorgen bereitete.
„Ich finde, es wurde am Ende eine recht harte Etappe, aber bei so einem Profil konnte man das erwarten. Es dauerte lange, bis die Gruppe stand, und von da an waren, denke ich, alle GC-Teams ziemlich zufrieden“, sagte der Fahrer von
Visma - Lease a Bike im Zielinterview.
Keine Attacken der Favoriten
Auf diesem Übergangstag war nicht mit großen Bewegungen im Gesamtklassement zu rechnen, während die Etappenjäger lange um die entscheidende Fluchtgruppe kämpften. Anschließend übernahm Bahrain - Victorious im Peloton die Kontrolle, während INEOS Grenadiers immer wieder an der Spitze auftauchte, um Thymen Arensman zu schützen, der in der Gesamtwertung nun hinter Vingegaard auf Rang drei liegt.
Jonas Vingegaard blieb auf der 11. Giro-Etappe aufmerksam – und haderte anschließend mit seiner Reifenwahl
„Alle wollten es ein bisschen ruhiger angehen lassen, wenn man das so sagen kann. Und ich denke, sie haben nur kontrolliert, damit die Gruppe nicht zu viel Zeit bekommt.“
Der Däne hatte allerdings nicht den Eindruck, dass die Konkurrenz ihn gezielt prüfen wollte – einen Tag nach seinem schwächeren Zeitfahren. „Ich würde nicht sagen, dass sie versucht haben, jemanden zu testen, sonst wäre das Tempo wohl etwas höher gewesen, würde ich meinen. Es ging eher ums Absichern.“
Vingegaard sparte Kräfte und dürfte diesen Ansatz voraussichtlich bis zur Bergetappe im Aostatal am Samstag fortsetzen. Sein Gefühl auf dem Rad beschrieb er dennoch positiv.
„Ich habe mich eigentlich ziemlich gut gefühlt. Die Beine waren gut, aber in der zweiten Giro-Hälfte warten noch viele harte Etappen. Heute war es tough, und jeder hat ein bisschen gelitten, um durchzukommen, aber ich bin zufrieden, wie wir es gemeistert haben.“
Reifenwahl sorgt für Unbehagen
Weniger zufrieden war Vingegaard mit seiner Reifenwahl. Bereits früh im Rennen hatte es heftige Kritik an der Entscheidung von UAE Team Emirates - XRG gegeben, auf einer nassen und technisch anspruchsvollen Etappe in Bulgarien mit Zeitfahrreifen zu fahren – ein Faktor, der möglicherweise zum Massensturz des Teams beigetragen hatte.
Der Einsatz solcher Reifen auf Straßenetappen ist auch bei anderen Mannschaften nicht ungewöhnlich, hängt jedoch stark von den Bedingungen ab. Angesichts der vielen schwierigen Abfahrten auf dieser Etappe bereute Vingegaard seine Entscheidung.
„Natürlich war ich sehr aufmerksam. Das waren wirklich heikle Abfahrten. Ich bereue heute meine Reifenwahl. Ich bin auf TT-Reifen gefahren und habe mich damit nicht wohl gefühlt, aber ich bin nicht weggerutscht oder so.“
An diesem Donnerstag dürfte der Däne auf der 12. Etappe einen etwas ruhigeren Tag erleben. Der Weg nach Novi Ligure ist größtenteils flach, die Sprinter erhalten damit eine weitere Gelegenheit auf einen Etappensieg.