Der Giro d’Italia 2026 beginnt bereits am kommenden Wochenende – und unter den Fahrern, die Jonas Vingegaard im Kampf um das Gesamtklassement gefährlich werden können, fällt immer wieder ein Name:
Giulio Pellizzari. Das Team
Red Bull - BORA - hansgrohe stellt sich geschlossen hinter den Italiener, der nach seinem Gesamtsieg bei der Tour of the Alps als aussichtsreicher Herausforderer ins Rennen geht.
„Giulio Pellizzari könnte tatsächlich sein Nummer-eins-Rivale sein, und der Giro d’Italia hält mitunter Überraschungen bereit“, erklärte der ehemalige Giro-Sieger Gilberto Simoni im Gespräch mit
Domestique. Simoni traut Pellizzari zu, Italiens inzwischen zehnjährige Durststrecke bei der Corsa Rosa zu beenden – auch wenn er dessen größte Chancen perspektivisch eher in den kommenden Jahren sieht.
Ein Kapitän mit wachsendem Rückhalt im Team
„Ich sehe, dass Pellizzari in diesem Jahr reifer ist, und er hat ein Team, das an ihn glaubt. Und Red Bull hat eine sehr starke Mannschaft, das dürfen wir nicht vergessen.“ Innerhalb der Mannschaft dürfte ihm unter anderem Jai Hindley zur Seite gestellt werden – ein Duo, das bereits bei der Vuelta a España im vergangenen Jahr gut harmonierte.
Giulio Pellizzari reist nach seinem Triumph bei der Tour of the Alps als Hoffnungsträger von Red Bull - BORA - hansgrohe zum Giro d’Italia 2026
Die Aufstellung des Teams verspricht eine ausgewogene Mischung aus kletterstarken Helfern und zuverlässigen Rouleuren. Gleichzeitig deutet vieles darauf hin, dass der Fokus vollständig auf die Gesamtwertung gelegt wird – nicht zuletzt, weil der nominierte Sprinter Danny van Poppel für die Corsa Rosa nicht eingeplant ist.
Der Giro d’Italia bedeutet leiden
Seinen sportlichen Durchbruch auf höchstem Niveau feierte Pellizzari beim Giro d’Italia 2024. Auf der finalen Bergetappe über den doppelt zu fahrenden Monte Grappa überzeugte er mit einer herausragenden Leistung und sorgte in einem Feld für Aufsehen, das von einem bergauf dominanten Tadej Pogacar geprägt war.
2025 gelang ihm bei Red Bull - BORA - hansgrohe der nahtlose Schritt in die neue WorldTour-Struktur. Bei der Volta a Catalunya fungierte er zunächst als wichtiger Helfer für Primoz Roglic und wurde anschließend als Schlüsselunterstützer für den Giro nominiert. Nach Roglič’ Rennaufgabe übernahm Pellizzari jedoch selbst die Kapitänsrolle – und überzeugte eindrucksvoll. Auf der Königsetappe nach Brentonico präsentierte er sich als stärkster Kletterer der Schlusswoche und war schneller als Simon Yates, Richard Carapaz und Isaac del Toro. In den letzten Renntagen arbeitete er sich vom 18. auf den sechsten Gesamtrang nach vorne.
Auch bei der Vuelta bestätigte er seine Konstanz mit Rang sechs im Gesamtklassement und einem Sieg auf der Bergankunft am Alto de El Morredero. Für einen damals 21-Jährigen war diese Serie an Topresultaten bemerkenswert. 2026 geht er nun mit klarer Führungsrolle in die Saison – selbst innerhalb eines Red Bull-Aufgebots mit Remco Evenepoel und Tour-Podiumsfahrer Florian Lipowitz als designierter Kapitän.
Seine Frühform unterstrich Pellizzari mit Rang drei bei der Volta a la Comunitat Valenciana sowie einem weiteren dritten Platz bei Tirreno–Adriatico, wo er als wichtigster Herausforderer von Isaac del Toro auftrat. Bei der Tour of the Alps dominierte er schließlich das Gesamtklassement, gewann beide Bergetappen und profitierte zugleich von einer geschlossenen Teamleistung. Nach den Absagen von João Almeida und Richard Carapaz dürfte er über die kommenden Wochen hinweg als wichtigster Gegner von Vingegaard gelten.
„Ich mag ihn, er hat immer ein breites Lächeln. Man sieht, dass er das Rennen sehr intensiv lebt, es aber auch schafft, es zu genießen“, ergänzte Simoni. „Das heißt, er genießt das Leiden – und nun ja, der Giro d’Italia ist Leiden.“