Der Giro d’Italia 2026 findet vom 08. bis 31.05. statt. Es ist die erste Grand Tour der Saison, mit 21 Etappen durch Italiens ikonische Städte, die mythischen Alpen und etliche tückische Tage – jede Etappe kann die Ambitionen der Kletterer zunichtemachen. Wir blicken auf Etappe 13, die voraussichtlich um 12:55 Uhr startet und gegen 17:00 Uhr CET endet.
Profil Etappe 13: Alessandria - Verbania
Etappe 13: Alessandria - Verbania, 189 Kilometer
Eine weitere knifflige Etappe mit komplett flachem Profil bis in die finalen Kilometer. Die Strecke scheint keinem speziellen Fahrertyp zuzuordnen. Für die Sprinter zu hart, für die Klassementsfahrer wohl nicht selektiv genug.
Ein Tag für Ausreißer, zugleich aber leicht zu kontrollieren… Auf diesem 13. Abschnitt von Alessandria nach Verbania, quer durch die Po-Ebene und sanft in die Alpen hinein, sind interessante Rennkonstellationen möglich.
Die ersten 165 Kilometer, rund vier Rennstunden, führen über nahezu topfebenes Terrain ohne nennenswerte Punkte. Die Fahrer steuern nach Norden in einer Übergangsetappe, in der sich eine Fluchtgruppe leicht im Zaum halten lässt. Doch wer will diese Arbeit übernehmen?
Vor dem Finale stehen zwei Anstiege an. Der erste misst 2,4 Kilometer bei 5,8 % und endet 31 Kilometer vor dem Ziel; der zweite 4,7 Kilometer bei 7 % mit Kuppe 13 Kilometer vor dem Ziel. Die erste Hälfte des Schlussanstiegs beinhaltet einen Red Bull Kilometer, die zweite Hälfte liegt im Schnitt bei fast 10 %. Auf diesem explosiven Terrain kann es zu einem offenen GC-Schlagabtausch kommen.
Das Finale ist heikel, Attacken sind nahezu überall möglich. Es folgt eine Abfahrt und einige flache Kilometer, was Teams motiviert, Fahrer vorauszuschicken und deren Präsenz im Finale taktisch zu nutzen, um den Vorsprung auf der Ebene auszubauen.
Profile der Schlussanstiege auf Etappe 13
Die Favoriten
Auf dem Papier erneut ein Tag für die Ausreißer, trotz pfeilflachem Beginn. Es gibt keinerlei Anstiege und keinen klaren Punkt, an dem sich eine Gruppe mühelos löst, was stundenlange Action ermöglichen kann – und eine Flucht mit vielen „zufälligen“ Fahrern, die den richtigen Zug erwischen.
Entsprechend schwer vorherzusagen. Aus GC-Sicht ist es ein tückischer Tag, die Klassementsteams werden ihre Kapitäne vor die Schlussanstiege und -abfahrten bringen. Ja, mit der Absicht – etwa mit einem Fahrer wie Felix Gall – das Rennen offensiv zu fahren, könnten Lücken entstehen. Am Vorabend einer der Königsetappen ist das jedoch wenig wahrscheinlich.
Es gibt Gründe, Fahrer nach vorn zu platzieren, ein taktisches Finale ist möglich, doch das Szenario erscheint wenig plausibel. Die Etappe wirkt insgesamt relativ einfach, die Ermüdung bis ins Finale sollte begrenzt bleiben.
Somit passt der Ausreißer-Tag vielen Fahrertypen. Kletterer können im Finale den Unterschied machen; Puncheure sind prädestiniert; und Rouleure/Klassikerspezialisten haben Raum für frühe Attacken vor den Anstiegen und können dann womöglich durchhalten. Die Liste der Anwärter ist entsprechend lang.
Ein weiterer UAE-Erfolg ist nicht auszuschließen,
Jhonatan Narváez ist letztlich am besten für dieses Finale geeignet (auch bei einem Sprint des Pelotons), während
Jan Christen, Igor Arrieta und
Mikkel Bjerg ebenfalls gute Chancen besitzen.
Michael Valgren, Rémi Cavagna, Giulio Ciccone, Matteo Sobrero, Enric Mas, Lorenzo Milesi, Filippo Ganna, Ben Turner, Corbin Strong, David de la Cruz, Aleksandr Vlasov, Andrea Raccagni, Gianmarco Garofoli, Florian Stork, Johannes Kulset, Andreas Leknessund, Christian Scaroni, Diego Ulissi und
Guillermo Thomas Silva haben allesamt ihre Möglichkeiten.
Offensichtliche Gefahrenmänner sind Ciccone und Scaroni, die mit Kletterstärke und Explosivität im Finale großen Schaden anrichten können. Rouleure wie Milesi und Leknessund profitieren von frühen Vorstößen und verteidigen sich solide am Berg; während Fahrer wie Turner und Strong an einem Sahnetag solche Anstiege mit den Besten fahren. Seine Kletterform ist nicht top, aber mit einem Finale in der Heimat ist Filippo Ganna hochmotiviert. Seine schiere Power erhöht die Chancen, in die Gruppe des Tages zu kommen.
Prognose Giro d’Italia 2026 Etappe 13
*** Jhonatan Narváez, Giulio Ciccone, Christian Scaroni
** Jan Christen, Guillermo Thomas Silva, Filippo Ganna
* Igor Arrieta, Mikkel Bjerg, Michael Valgren, Enric Mas, Lorenzo Milesi, Ben Turner, Aleksandr Vlasov, Andreas Leknessund, Diego Ulissi
Tipp: Giulio Ciccone
Wie: Solosieg aus der Ausreißergruppe.