„Geht die Welt unter, wenn der Sieg ausbleibt?“ – Adrie van der Poel reagiert auf den Frust von Philipsen und Alpecin bei der Tour de France

Radsport
Sonntag, 12 Juli 2026 um 12:10
Jasper Philipsen is without a win 8 stages into the Tour de France
Adrie van der Poel fragt sich, ob Alpecin - Premier Tech bei der Tour de France 2026 eine Etappe gewinnen wird. Nach drei fehlgeschlagenen Sprintversuchen, bei denen Sohn Mathieu Jasper Philipsen anfuhr, hält die niederländische Legende das nicht für das Ende der Welt.
Das Sprint- und Klassikerteam Alpecin feiert seit seinem Debüt bei der Grande Boucle enorme Erfolge und gewann seit 2021 in jeder Ausgabe mindestens zwei Etappen. Mit Siegen von Philipsen, Van der Poel und Kaden Groves im vergangenen Sommer könnte die Jagd nach dem nächsten Triumph nun in die zweite Woche gehen.
Sprinterkapitän Philipsen erlebte in den Sprintankünften der Etappen 5, 7 und 8 bislang wenig Zählbares, wurde zweimal Fünfter und am Samstag Vierter. Besonders bitter: Nach Van der Poels Anfahrt lag Philipsen rund 200 Meter vor dem Ziel in idealer Position.
Ein starker Tim Merlier holte dennoch seinen zweiten Etappensieg in Serie. Aus ungünstiger Position 350 Meter vor dem Ziel startete er früh, sprintete deutlich länger als die Konkurrenz – meist im Wind – und setzte sich klar durch.
„Das Schwierige an Tims Sprint war, dass er sehr lang war. Das bis ins Ziel durchzuziehen, ist unglaublich beeindruckend“, sagte Adrie van der Poel bei WielerRevue.

Adrie van der Poel über Philipsens Sprints

Für Alpecin und Van der Poel war es eine verpasste Chance – und davon bleiben im Rennen nicht viele. Dennoch sieht er keinen Grund, am Lieferservice des Teams zu zweifeln. Die Feinabstimmung könne noch greifen.
Er führte aus: „Sein Sprint war heute deutlich besser als gestern. Wie die Fußballer sagen: Er wächst ins Turnier. Jasper hat es im Moment einfach noch nicht ganz.“
„Aber der Unterschied liegt in sehr kleinen Details. Es kann gut sein, dass er den nächsten Sprint gewinnt. Man darf ihn jetzt nicht fallen lassen. Das wäre das Schlimmste, was ein Team tun könnte.“

Geht Alpecin bei der Tour 2026 leer aus?

Die Mannschaft ist bei der Tour de France ein Seriensieger, doch Van der Poel bleibt gelassen, was die Rückkehr zur Siegspur betrifft.
Er ergänzte: „Wir sind in den letzten Jahren mit vielen Siegen verwöhnt worden. Geht die Welt unter, wenn es diesmal nicht klappt? In unserer Situation wäre das wohl nicht so schlimm. Wir mussten schon öfter lange auf einen Sieg warten.“
Die Sonntagsetappe bietet eine neue Gelegenheit, allerdings nicht für Philipsen. Ein hügeliger Tag, wegen der Hitze um 30 Kilometer verkürzt, könnte Mathieu van der Poel liegen – und sein Vater glaubt das ebenfalls.
„Es sieht nach einer Etappe für ihn aus. Aber durch die Verkürzung wird alles noch nervöser werden“, sagte Adrie.
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