Felix Gall erwies sich auf Etappe 5 der Volta a Catalunya als engster Verfolger von
Jonas Vingegaard, doch der Fahrer des Decathlon CMA CGM Teams machte klar, dass der Einsatz seinen Preis hatte, nachdem er hinter dem Spitzenreiter lange die Nachführarbeit übernehmen musste.
Am entscheidenden Anstieg zum Coll de Pal gehörte Gall zur ausgewählten Gruppe, die den Schaden nach Vingegaards siegbringender Attacke begrenzen sollte. Während der Däne davonfuhr und sich sowohl Etappensieg als auch Gesamtführung holte, drückte Gall dahinter weiter, sicherte sich schließlich Rang zwei mit 51 Sekunden Rückstand.
Geprägt war die Leistung des Österreichers jedoch ebenso von dem, was in der Gruppe fehlte, wie von dem, was er selbst leistete. „Ich bin super happy, ja. Ich wollte im Finale einfach offensiv fahren“,
sagte Gall im Ziel bei Cycling Pro Net. „Bei Gegenwind wollte ich den Anstieg früh eröffnen, um zu verhindern, dass eine große Gruppe gemeinsam ins Ziel kommt.“
Dieser Plan wurde zur Tat – und zur Verantwortung. Weil die Verfolgung nicht ins Rollen kam, fand sich Gall immer wieder an der Spitze, machte Tempo, während andere profitierten. „Es war ein bisschen frustrierend, dass ich den Großteil der Führungsarbeit übernehmen musste“, erklärte er. „Das hat viel Energie gekostet, aber ich habe mich auf mich konzentriert und versucht, den anderen Zeit abzunehmen.“
Starkes Ergebnis trotz hohem Aufwand
Trotz der ungleichen Zusammenarbeit war Galls Auftritt einer der stärksten des Tages. Er begrenzte den Rückstand auf Vingegaard, distanzierte mehrere Schlüsselrivalen und kletterte auf Platz zwei der Gesamtwertung, nun 57 Sekunden hinter dem Führenden.
Mit Remco Evenepoel, der am Anstieg 1:38 verlor, und Joao Almeida, der 1:59 einbüßte, zahlte sich Galls kontrolliertes Tempo hinter der Rennspitze im Klassement deutlich aus.
Wichtig war auch, dass er nicht überzog, obwohl der Etappensieg außer Reichweite war. „Jonas war ohnehin für den Etappensieg vorn, also habe ich mich auf meinen eigenen Einsatz konzentriert“, sagte Gall. „Ich bin wirklich happy, dass ich am Ende sogar noch Zweiter geworden bin.“
Damit geht Gall als engster Widersacher Vingegaards in die letzten beiden Etappen. Der Aufwand, der ihn in diese Position brachte, könnte jedoch noch Folgen haben, wenn das Rennen in seine entscheidende Phase geht.