Europameisterschaft Ljubljana 2026, Männer-Elite-Einzelzeitfahren: Vorschau, Streckenprofil, Favoriten & Prognosen – Wer beerbt Evenepoel?

Radsport
durch Nic Gayer
Primoz Roglic
Am Mittwoch, dem 7. Oktober, stehen bei den Europameisterschaften die Entscheidungen im Einzelzeitfahren auf dem Programm. Sämtliche Zeitfahrwettbewerbe werden am selben Tag ausgetragen. Im Fokus stehen insbesondere die Rennen der Männer Elite und Frauen Elite – mit einem völlig offenen Kampf bei den Männern und einer klaren Topfavoritin bei den Frauen.
Das Einzelzeitfahren der Männer Elite wurde 2016 erstmals ausgetragen, den Premierensieg sicherte sich Jonathan Castroviejo. Mittlerweile blickt der Wettbewerb auf eine zehnjährige Geschichte zurück. Victor Campenaerts triumphierte zweimal, ehe Remco Evenepoel 2019 bereits in seinem ersten Profijahr den Titel gewann.

Von Evenepoel bis Reusser: Die Geschichte der EM-Zeitfahren

In den folgenden beiden Jahren dominierte Stefan Küng und sicherte sich zweimal in Folge den Europameistertitel – zunächst vor Remi Cavagna und anschließend vor Filippo Ganna, der bis heute auf seinen ersten EM-Titel wartet. 2022 setzte Stefan Bissegger die Schweizer Erfolgsserie fort. Joshua Tarling triumphierte 2023, Edoardo Affini folgte 2024, ehe Evenepoel 2025 seinen zweiten Titel gewann und Ganna erneut auf Rang zwei verwies.
Auch das Einzelzeitfahren der Frauen Elite feierte 2016 seine Premiere. Ellen van Dijk schrieb dabei unmittelbar Geschichte: Die Niederländerin gewann die ersten vier Austragungen in Serie und blieb bis einschließlich 2019 ungeschlagen. Überhaupt gab es in den bislang zehn Austragungen lediglich vier verschiedene Siegerinnen.
2020 sicherte sich Anna van der Breggen den Titel, 2024 triumphierte Lotte Kopecky. In den Jahren 2021, 2022, 2023 und 2025 führte dagegen kein Weg an Marlen Reusser vorbei. Die Schweizerin geht damit 2026 auf die Jagd nach ihrem bereits fünften EM-Titel im Einzelzeitfahren.

Streckenprofil: Sencur - Sencur

Profil des Einzelzeitfahrens der Europameisterschaften 2026
Sencur - Sencur, 22 Kilometer
Der diesjährige Kurs ist lediglich 22 Kilometer lang und damit für ein Zeitfahren dieser Kategorie ungewöhnlich kurz. Männer und Frauen absolvieren dieselbe Strecke, die den klassischen Zeitfahrspezialisten nicht uneingeschränkt entgegenkommt.
Die Route beinhaltet einen entscheidenden Abschnitt des Straßenrennens und führt bereits früh über den Anstieg nach Mazjanca. Die Steigung ist zwei Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von etwas mehr als zehn Prozent auf. Anschließend folgt ein Plateau, bevor es über eine sehr schnelle Abfahrt zurück in flacheres Terrain geht.
Die letzten Kilometer bis ins Ziel verlaufen flach. Dennoch verlangt die Strecke aufgrund des anspruchsvollen Anstiegs deutlich mehr Kletterqualitäten als ein klassisches Zeitfahren. Entscheidend dürfte deshalb die Kombination aus hoher Leistung in den flachen Passagen und einem starken Bergtritt sein.

Vorschau Zeitfahren Männer Europameisterschaften 2026

Da sowohl Remco Evenepoel als auch Filippo Ganna fehlen, präsentiert sich das Rennen der Männer ungewöhnlich offen. Zwei der prominentesten Zeitfahrer der vergangenen Jahre stehen nicht am Start, wodurch sich für zahlreiche Fahrer eine große Chance auf den EM-Titel bietet.
Ethan Hayter, Jakob Söderqvist, Stefan Küng, Primoz Roglic, Callum Thornley, Ilan Van Wilder und Ivan Romeo zählen zu den Kandidaten auf eine Medaille. Angesichts des speziellen Streckenprofils und des offenen Teilnehmerfeldes könnte es am Ende durchaus einen überraschenden Sieger geben.
Eine ausführliche Vorschau folgt ...

Vorschau Zeitfahren Frauen Europameisterschaften 2026

Bei den Frauen sind die Kräfteverhältnisse auf dem Papier deutlich klarer. Reusser präsentiert sich in dieser Saison im Kampf gegen die Uhr nahezu unantastbar und geht entsprechend als Topfavoritin in das Rennen.
Zu ihren größten Konkurrentinnen könnten Elisa Longo Borghini und Katarzyna Niewiadoma gehören. Insbesondere der anspruchsvolle Anstieg dürfte beiden entgegenkommen und könnte im Kampf um die Medaillen den entscheidenden Unterschied ausmachen.
Eine ausführliche Vorschau folgt ...

Siegerliste Zeitfahren Männer und Frauen Europameisterschaften

Jahr1.2.3.
2025 Remco Evenepoel Filippo Ganna Niklas Larsen
2024 Edoardo Affini Stefan Küng Mattia Cattaneo
2023 Joshua Tarling Stefan Bissegger Wout van Aert
2022 Stefan Bissegger Stefan Küng Filippo Ganna
2021 Stefan Küng Filippo Ganna Remco Evenepoel
2020 Stefan Küng Rémi Cavagna Victor Campenaerts
2019 Remco Evenepoel Kasper Asgreen Edoardo Affini
2018 Victor Campenaerts Jonathan Castroviejo Maximilian Schachmann
2017 Victor Campenaerts Maciej Bodnar Ryan Mullen
2016 Jonathan Castroviejo Victor Campenaerts Moreno Moser
Jahr 1.2.3.
2025 Marlen Reusser Mie Bjørndal Ottestad Mischa Bredewold
2024 Lotte Kopecky Ellen van Dijk Christina Schweinberger
2023 Marlen Reusser Anna Henderson Christina Schweinberger
2022 Marlen Reusser Ellen van Dijk Riejanne Markus
2021 Marlen Reusser Ellen van Dijk Lisa Brennauer
2020 Anna van der Breggen Ellen van Dijk Marlen Reusser
2019 Ellen van Dijk Lisa Klein Lucinda Brand
2018 Ellen van Dijk Anna van der Breggen Trixi Worrack
2017 Ellen van Dijk Ann-Sophie Duyck Anna van der Breggen
2016 Ellen van Dijk Anna van der Breggen Olga Zabelinskaya
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