Demi Vollering hat bei ihren letzten Straßenrennen des Jahres gleich doppelt zugeschlagen. Die Niederländerin, die in dieser Saison bereits die Tour de France Femmes gewann, krönte sich nach ihrem beeindruckenden Solosieg in Slowenien nun sowohl zur Welt- als auch zur Europameisterin.
Spätestens seit ihrem Triumph bei der Radsport-WM und dem damit verbundenen Gewinn des Regenbogentrikots bestehen an Vollerings herausragender Form keinerlei Zweifel mehr. Auch beim heutigen Rennen stellte sich die niederländische Auswahl erneut konsequent in den Dienst der FDJ-Suez-Fahrerin – obwohl Vollering das nun gewonnene Europameistertrikot in der Saison 2027 voraussichtlich nicht tragen wird.
Niederlande kontrollieren das Rennen – Vollering vollendet die Teamarbeit
Der Plan auf dem Kurs rund um Sencur war eindeutig: Die Niederlande wollten das Rennen kontrollieren und Vollering in die bestmögliche Ausgangsposition bringen. Femke de Vries neutralisierte die gefährliche Gruppe um Noemi Ruegg, die selbst zu den Topfavoritinnen des Tages gehörte.
Demi Vollering ist nach ihrem Triumph bei der Radsport-WM auch Europameisterin. Die Niederländerin setzte sich in Slowenien mit einer eindrucksvollen Solo-Attacke durch.
Am letzten Anstieg, der Passagen von mehr als zehn Prozent Steigung bereithielt, zeigte sich schließlich, dass Vollering erneut die stärkste Fahrerin im Feld war. Die Weltmeisterin setzte ihre entscheidende Attacke – und niemand konnte ihr folgen.
Wie schon so häufig zuvor war auch Katarzyna Niewiadoma nicht in der Lage, Vollerings Angriff zu parieren. Dabei war die Polin zuvor die einzige Fahrerin gewesen, die überhaupt das von Puck Pieterse angeschlagene Tempo überstehen konnte.
„Es ist unglaublich. Aber Puck wurde auch Zweite. Wir können sehr stolz auf uns sein“, erklärte Vollering nach der Zielankunft.
„Es ist mein goldenes Jahr“ – Vollering hat noch ein letztes Ziel
Nach ihrer entscheidenden Attacke fuhr Vollering in Slowenien alleine zum Sieg. Hinter ihr machte Pieterse den niederländischen Doppelerfolg perfekt und sicherte sich den zweiten Platz.
Ganz beendet ist Vollerings Saison allerdings noch nicht. In der kommenden Woche steht für sie noch das Zeitfahren auf dem Programm, bei dem Marlen Reusser als Topfavoritin gilt. Erst danach verabschiedet sich die Niederländerin endgültig in die Saisonpause.
„Es ist mein goldenes Jahr und es ist noch nicht ganz vorbei [...] Danach beginnt die Off-Season.“
Gedanklich ist Vollering dennoch bereits beim Saisonabschluss angekommen, schließlich hat sie ihre wichtigsten Ziele des Jahres erreicht. Gleichzeitig richtet sich ihr Blick schon auf 2027 und die Möglichkeit, ihre außergewöhnlichen Erfolge zu bestätigen.
„Ich kann es kaum erwarten, nächstes Jahr in diesem Trikot zu fahren, und hoffentlich erlebe ich noch so eine wunderbare Saison wie diese.“
Auch nach all ihren Erfolgen ist Vollerings Hunger auf weitere Siege ungebrochen. Für die Niederländerin besteht die Faszination ihres Berufs jedoch nicht ausschließlich darin, als Erste die Ziellinie zu überqueren. Mindestens ebenso wichtig ist ihr die kontinuierliche Suche nach dem eigenen Limit.
„Ich träume von vielem. Ich liebe das Gewinnen, das wird nie langweilig“, bekannte sie. „Es geht aber nicht nur ums Siegen. Es geht auch darum, sich jeden Tag zu verbessern und an sich zu arbeiten, um zu sehen, was in Zukunft möglich ist. Das liebe ich an diesem Beruf am meisten.“