Der erste Rennmonat der Saison 2026 ist bereits Geschichte – und damit auch unser erster genauer Blick auf die neuen Gesichter im Profipeloton: Modern Adventure Pro Cycling. Unabhängig von den Erwartungen an die Premierenrennen dieses Projekts war der Auftakt objektiv betrachtet ein großer Erfolg.
Der auffälligste Name ist der südafrikanische Kletterer Byron Munton, der sich mit Rang zwei auf der Königsetappe der AlUla Tour ins Rampenlicht fuhr und aktuell die Top 15 der Gesamtwertung bei der UAE Tour abrundet – nach einer starken Vorstellung am brutalen Jebel Mobrah, wo er arrivierte Profis inklusive Superstar Remco Evenepoel hinter sich ließ.
Doch er ist nicht der Einzige, der diese Chance entschlossen nutzte. Muntons Landsmann Stefan de Bod, früher bei Astana, EF oder NTT, fand Ende 2024 im Profipeloton keinen Platz mehr und musste sich mit einem Vertrag beim malaysischen Kontinentalteam Terengganu begnügen. De Bod hielt jedoch an seinem Traum fest und kehrte mit Gesamtrang vier bei der AlUla Tour auf Profiniveau zurück. Vor zwei Wochen krönte er sich zudem zum südafrikanischen Zeitfahrmeister.
Und es gibt viele weitere Geschichten dieser Art, die wir dank des Projekts von
George Hincapie in dieser Saison noch entdecken werden. Hincapie strahlt nach den ersten Wochen auf der Straße vor Stolz: „Vor 13 Monaten haben wir beschlossen, dieses Projekt anzugehen, und jetzt sind wir hier. Was für ein Abenteuer“, sagt Hincapie
Sporza aus den Vereinigten Arabischen Emiraten – Modern Adventures erstem WorldTour-Rennen. „Wir fahren ein WorldTour-Rennen mit relativ unbekannten Fahrern. Das hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen.“
Kann Modern Adventure Hincapies Traum erfüllen?
Die Teilnahme an der UAE Tour ist kein Einzelfall: Das US-Projekt erhielt von großen Veranstaltern starken Zuspruch und wurde im Frühjahr sogar für ein Monument – Paris-Roubaix – eingeladen.
Ein besonderes Rennen für Teameigner George Hincapie, der diesem Monument mehrfach nahekam (unter anderem mit Platz zwei im Jahr 2005), für den es am Ende aber nie reichte. „Ihr wisst, Roubaix ist mein Traumrennen. Ich träume noch immer davon. Jetzt fahren wir mit unserem Team hin und versuchen, dieses Rennen zu einem Erfolg zu machen.“
George Hincapie wird 2026 als Teammanager zu seinem Lieblingsrennen zurückkehren
Gelbe Ambitionen
Beim Projekt bleibt es nicht bei Paris–Roubaix. Wie jedes neue ProTeam träumt auch Modern Adventure von der Tour de France – auch wenn dieses Ziel im aktuellen UCI-Zyklus 2026–2028 noch ambitioniert wirkt. Hincapie hält es dennoch für realistisch, dieses Häkchen noch in diesem Jahrzehnt zu setzen. „Wir wollen zur Tour. Wir geben uns fünf Jahre.“
Über die Leistung hinaus hofft Hincapie, mit dem Projekt die nötige Strahlkraft zu entfalten, um die US-Rennszene neu zu beleben, die derzeit praktisch nur aus den Maryland und den neuen Philly Classics besteht. „Wir wollen den Radsport in den USA wiederbeleben. Wir wollen das amerikanische Team mit vielen amerikanischen Fahrern werden. Ich kenne nicht alle Antworten darauf, wie wir den Radsport in den USA neu beleben können, aber hoffentlich hilft dieses Projekt.“
Hincapie kehrt nach Jahren im Hintergrund ins Peloton zurück. „Das ist sehr besonders, und ich fühle mich geehrt. Ich habe diesem Sport viel zu verdanken, und hoffentlich kann ich mich mit diesem Team beim Radsport revanchieren.“