Das dänische Nationalteam gehörte zu den ersten, die ihre Auswahl für die Weltmeisterschaften 2026 bekanntgaben. Angeführt wird die Mannschaft vom
Lidl-Trek-Duo Mads Pedersen und Mattias Skjelmose, doch ein Name fehlt auf der Liste:
Magnus Cort Nielsen.
Der 33-jährige Däne hatte frühzeitig angekündigt, dass dies seine letzte Saison sein werde, doch nach dem Gewinn der dänischen Meisterschaften hoffte er, im September zur WM nach Kanada zu reisen. Stattdessen erhielten andere den Vorzug, darunter
Mikkel Honoré, der seit seinem Sturz bei Heistse Pijl kein Rennen bestritten hat.
„Ehrlich gesagt ist Honoré nicht lange Rennen gefahren, deshalb ist es schon etwas seltsam, dass er dabei ist, aber es ist nicht sicher, dass ich der Nächste gewesen wäre. Ich war oft dabei, und es wäre großartig gewesen, meine Karriere bei der WM beenden zu können, aber jetzt muss ich versuchen zu beweisen, dass es ein Fehler war, mich nicht mitzunehmen“, sagte Cort gegenüber
TV 2 Sport.
Nicht der erhoffte Abschied
Cort bestritt in seiner Karriere sieben Weltmeisterschaften und beendete vier davon. Sein bestes Ergebnis ist ein 24. Platz bei seiner jüngsten Teilnahme im schweren Rennen von Zürich vor zwei Jahren. Cort hoffte, diese Zähigkeit, die ihn stets auszeichnete, in den Dienst der dänischen Kapitäne zu stellen und seiner Laufbahn einen würdigen Abschluss zu geben.
Stattdessen muss er die Realität akzeptieren und einen anderen Abschied wählen: „Ich verstehe, dass ich starke Konkurrenz habe, aber ich bin enttäuscht, nicht dabei zu sein.“
Von einer schlechten Saison kann dennoch keine Rede sein. Sie verlief nicht reibungslos, doch der erfahrene Däne sprintete zum nationalen Titel und gewann zudem eine Etappe der Volta a Catalunya.
Mikkel Honoré beim 2024 Giro d'Italia
TV 2 Sport fragte auch Corts vermeintlichen Konkurrenten um den Kaderplatz, Mikkel Honoré, nach seiner Sicht. Corts früherer Teamkollege hatte keinen perfekten Frühling, vor allem der Sturz beim kleineren Rennen Heistse Pijl warf ihn zurück und zwang ihn zu einer dreimonatigen Pause bis zum geplanten Comeback beim GP Industria & Artigianato (06.09.).
„Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich konzentriere mich vor allem auf mich selbst, daher sollte das wohl eher Michael (Nationaltrainer Mørkøv, Anm.) beantworten. Ich denke, wir haben ein super Team, und ich fühle mich gut, also bin ich bereit“, antwortet Honoré.
Nominierung wird verdient, nicht verschenkt
Auf dem Papier wirkt die Nominierung schlüssig: Honoré überzeugte bei den Weltmeisterschaften 2025 mit Rang 12. Allerdings ist Platz 12 bei der Muscat Classic zugleich sein bestes Resultat der Saison 2026, was zeigt, dass auch seine Form vor der Verletzung nicht überragend war. Dennoch setzte der dänische Selektor auf den 29-jährigen Honoré statt auf den scheidenden Cort.
„Cort gehörte zum vorläufigen Aufgebot. Ich möchte betonen, dass man natürlich nicht nominiert wird, nur weil es die letzte
Weltmeisterschaft ist. Das können wir nicht berücksichtigen, deshalb haben wir versucht, die stärksten Fahrer aufzustellen. Magnus war einer der Kandidaten, gehört aber leider zu denen, die nicht ausgewählt wurden“, erklärt Morten Bennekou, Manager des dänischen Radsportverbands, die Entscheidung.