Ben Healy stürzte bei der Streckenbesichtigung des Prologs der Baskenland-Rundfahrt. Zunächst schien es harmlos, doch die Situation eskalierte. Der Ire, im Vorjahr Dritter bei Lüttich–Bastogne–Lüttich, muss die restlichen Frühjahrsklassiker wegen einer kleinen, anfangs unentdeckten Fraktur abbrechen.
Ben Healy verpasst Amstel, Flèche und Lüttich
Teamarzt Jon Greenwell präzisierte die Verletzung. „Diese Woche nahmen Bens Schmerzen zu, daher haben wir ein MRT veranlasst. Die Aufnahmen zeigten eine nicht verschobene Sakrumfraktur, die keinen operativen Eingriff erfordert“, erklärte er in einer
Pressemitteilung.
„Da er nicht schmerzfrei fahren kann, ist eine Pause die beste Option, um langfristige Komplikationen oder Folgeblessuren beim ‚Darüberhinwegtrainieren‘ zu vermeiden. Ben sollte in etwa zwei Wochen wieder aufs Rad steigen können, um mit der Vorbereitung auf die Tour zu beginnen.“
Am Ende
bedeutet das den Verzicht auf das Amstel Gold Race, den Flèche Wallonne und Lüttich–Bastogne–Lüttich. In Topform hätte er zu den Favoriten auf allen drei Parcours gezählt – und wäre einer der wenigen Fahrer gewesen, die Tadej Pogacar und Remco Evenepoel ernsthaft Paroli bieten könnten.
Fehldeutete Verletzung
Der Ire bestritt die komplette Baskenland-Rundfahrt ohne Kenntnis der Fraktur und wirkte im Rennverlauf sogar stärker. Erst nach dem Rennen flammt die Verletzung auf: „Bei Itzulia hatte ich das Gefühl, dass ich im Laufe der Tage besser wurde und nicht allzu viel kaputt gegangen ist. Erst zu Hause fing es richtig an, Probleme zu machen. Seit der Rückkehr aus dem Baskenland konnte ich nicht fahren. Klar mussten wir die Schmerzursache finden. Deshalb haben wir letztlich das MRT gemacht.“
Die Diagnose war eindeutig: eine nicht verschobene mittige Sakrumfraktur. „Es ist bitter. Ich muss es nehmen, wie es kommt. Ich versuche nicht zu viel darüber nachzudenken, aber es wird wehtun, die Ardennen im TV zu sehen und nicht dabei zu sein. So ist Radsport. Es ist, wie es ist.“ Die Saison ist damit nicht vorbei, die Frühjahrskampagne jedoch schon – unmittelbar vor den wichtigsten Terminen.
„Der Knochen, den ich gebrochen habe, ist an sich eher unbedeutend. Sobald ich schmerzfrei bin, sollte ich fahren können, wie ich will. Entscheidend ist der Schmerz und das Risiko einer Sekundärverletzung. Sobald die Schmerzen weg sind, sollten wir für die Tour Auvergne-Rhône-Alpes und die Tour im Plan sein. Zuerst müssen wir aber sehen, wie die Heilung verläuft“, schloss er.