Obwohl er auf dem Papier perfekt dafür gebaut ist, gab
Remco Evenepoel erst 2025 sein Debüt beim Amstel Gold Race. In diesem Jahr reist er ohne Tadej Pogacar als Topfavorit an – und er sprach auch über ein mögliches Debüt bei Paris–Roubaix.
Dieses Wochenende wird für den Red Bull - BORA - hansgrohe-Profi wichtig, es ist sein Auftakt in die drei Ardennen-Klassiker. Tadej Pogacar konzentriert sich ausschließlich auf Lüttich–Bastogne–Lüttich, während Vorjahressieger Mattias Skjelmose nach der verregneten Baskenland-Rundfahrt ebenfalls krank war.
Evenepoel, zuletzt Dritter bei der Flandern-Rundfahrt, ist der klare Favorit, wenn er in Limburg dieselbe Form mitbringt. Im Vorjahr wurde er Dritter im Sprint einer Zweiergruppe gegen die späteren Top zwei. Damals hatte ihn jedoch ein unglücklicher Zwischenfall vor dem entscheidenden Rennabschnitt aus dem Rhythmus gebracht.
Vor dem Rennen wurde er gefragt, ob er mit Rachegelüsten anreise. „Nein, nicht unbedingt. Es ist ein Rennen, das ich ohnehin in meiner Karriere gewinnen möchte. Ich hatte hier letztes Jahr viel Pech mit dem Sturz früh im Rennen und der langen Aufholjagd“, sagte Evenepoel am Freitag gegenüber
Het Laatste Nieuws.
Er führt das deutsche Team an, das mit Gianni Vermeersch und Tim van Dijke zwei formstarke Helfer an seiner Seite haben dürfte. „Es ist also nicht so, dass ich hier aus Rache starte, aber ganz sicher mit großer Motivation, das Rennen zu gewinnen“.
Eine Zukunft bei Paris–Roubaix?
Am Sonntag gewann
Wout Van Aert Paris–Roubaix, und nach seinem Debüt bei den Kopfsteinpflaster-Monumenten in Flandern steht ein mögliches Antreten in der Hölle des Nordens im Raum. Doch Beruf geht vor Leidenschaft: Der Olympiasieger verbrachte den Sonntag nicht vor dem Fernseher.
„Ehrlich gesagt nein, denn ich hatte an dem Tag selbst sechs oder sieben Stunden Training. Ich saß also länger auf dem Rad als die Jungs im Rennen“, witzelte er. Später holte er die Action nach. „Es war super, zu sehen, wie Wout das gewinnen konnte. Unser Team war auch wieder sehr stark.“
„Wenn man sieht, wie Mathieu unterwegs war – das war natürlich phänomenal: so weit hinten und am Ende trotzdem innerhalb von fünf oder zehn Sekunden. Es war ein Rennen voller Pech und Nebenschauplätze. Die Highlights im Nachhinein anzusehen, war spektakulär.“
Fährt Evenepoel 2027 Roubaix? „Ich weiß es noch nicht. Ich denke, das wird besprochen und möglicherweise eine Art Streckenbesichtigung oder so etwas geplant. Aber ich glaube nicht, dass das derzeit schon feststeht“, antwortet er.