„Es ist absolut nicht vorgesehen, dass er Rennen bestreitet“ – Uno-X dementiert Radsport-Gerüchte um Johannes Klaebo

Radsport
Samstag, 28 Februar 2026 um 20:00
Dalby hat das Training mit seinen Uno-X-Teamkollegen bereits wieder aufgenommen
Nur wenige Tage nachdem Thor Hushovd Olympiasuperstar Johannes Klaebo öffentlich zu Tests bei Uno-X Mobility eingeladen hatte, hat sich der Ton im Team deutlich geändert.

News-Update zu Uno-X: Van Oudenhove dementiert Klaebo-Wechsel

„Es ist absolut nicht die Absicht, dass er Rennen fährt“, stellte Uno-X-Sportdirektor Gino Van Oudenhove bei Sporza klar und bremste so die Spekulationen um einen Wechsel in den Profiradsport.
Van Oudenhove reagierte auf neue Gerüchte nach Klaebos Rekord-Winterspielen in Milano-Cortina, wo der Norweger sechs Goldmedaillen bei einer einzigen Austragung gewann. Der historische Sweep befeuerte zwangsläufig die Debatte, was für einen der dominierenden Ausdauersportler als Nächstes kommen könnte.
Aus Teamsicht gibt es jedoch keine Wechselstory. „Soziale Medien sind soziale Medien“, sagte Van Oudenhove. „Wenn so etwas aufkommt, spielen wir mit. Aber es ist absolut nicht die Absicht, dass er Rennen fährt.“

Tür geöffnet, Tür geschlossen

Die Aussagen setzen einen klaren Kontrapunkt zu Hushovds früheren Bemerkungen, in denen der Ex-Weltmeister verriet, er habe Klaebo ermutigt, nach den Olympischen Spielen Tests mit dem Team zu absolvieren.
Hushovd hatte gesagt, er sei mit Klaebo gefahren und bezeichnete ihn als „natürliches Radtalent“, ergänzte, „er sitzt wunderschön auf dem Rad“ und verfüge über einen Motor, mit dem er „in fast jeder Ausdauersportart“ bestehen könne.
Diese Worte waren stets als Einladung, nicht als Vertragsangebot formuliert. Van Oudenhoves Einordnung unterstreicht diesen Unterschied.
Klaebos Verbindung zu Uno-X ist langjährig. Er wird seit Jahren vom Uno-X-Mutterunternehmen gesponsert, hat mehrfach mit Fahrern trainiert und das Team bei der Tour de France begleitet. Doch nichts davon deutet laut Van Oudenhove auf einen bevorstehenden Sprung ins WorldTour-Peloton hin.

Der Fokus 2030

Abseits eines scherzhaften Instagram-Kommentars im vergangenen Sommer hat Klaebo selbst kaum Hinweise gegeben, dass eine Radkarriere ansteht. Während der Spiele von Milano-Cortina stellte er klar, dass die Winterspiele 2030 in den französischen Alpen sein nächstes großes Ziel sind.
Damit bleibt er vorerst fest auf Ski – und nicht auf Asphalt.
Van Oudenhove verwies auch auf einen breiteren Kontext, warum solche Gerüchte in Norwegen leicht Fahrt aufnehmen. Die nationale Breite im Ausdauersport nährt regelmäßig Spekulationen über Quereinsteiger.
„Der Stürmer von Bodo Glimt, Kasper Hogh, hat Klaebo mit 15 im Langlauf geschlagen“, sagte er bei Sporza. „In Norwegen sind wir im Ausdauersport einen Schritt voraus. Das sieht man in kleineren Sportarten und inzwischen auch in größeren. Es ist ein ideales Land zum Aufwachsen.“
Thor Hushovd
Thor Hushovd hatte zuvor die Tür für Klaebo Richtung Uno-X geöffnet

Spekulation versus Realität

Für Radsportfans berührt die Klaebo-Erzählung eine vertraute Faszination. Der Sport kennt erfolgreiche Wechsel – von Primoz Roglic bis zum norwegischen Hoffnungsträger Jorgen Nordhagen –, während Triathlon-Olympiasieger Kristian Blummenfelt einst vom Toursieg träumte, dann aber seiner Disziplin treu blieb.
Die Historie zeigt: Der Sprung ist möglich. Sie zeigt aber auch, wie selten und fordernd er ist.
Hushovds Einladung ließ die Idee greifbar wirken. Van Oudenhoves Aussagen rücken die Verhältnisse zurecht.
Aktuell gibt es keinen Geheimvertrag, keinen angekündigten Testblock und keinen versteckten Weg ins Peloton. Nur einen Skilangläufer auf dem Höhepunkt seiner Kräfte, ein Team mit Stolz auf seine nationalen Verbindungen und die Erinnerung daran, dass ein Hinweis in sozialen Medien heute weiter reisen kann als die nüchterne Realität dahinter.
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