„Er ist ein Naturtalent auf dem Rad! Er sitzt schön auf dem Rad“ – Thor Hushovd lädt Olympia-Skistar Johannes Klaebo zum Test bei Uno-X Mobility ein

Radsport
Dienstag, 24 Februar 2026 um 15:00
hushovd
Thor Hushovd hat die Tür für eine der auffälligsten Querverbindungen im aktuellen Ausdauersport geöffnet und bestätigt, dass Ski-Olympiaikone Johannes Høsflot Klæbo nach seinen Winterspielen-Verpflichtungen zu Tests bei Uno-X Mobility eingeladen ist.
„Ich habe Klaebo letztes Jahr gesagt, dass er nach den Olympischen Spielen ein paar Einheiten mit dem Uno-X-Team testen sollte“, erklärte Hushovd im Gespräch mit Velo.
Der Ansatz ist keineswegs theoretisch.
„Ich bin mit ihm gefahren, und es ist offensichtlich, dass er ein natürliches Radtalent ist“, ergänzte der Ex-Weltmeister. „Er sitzt wunderschön auf dem Rad, hat hervorragende Kontrolle und passt sich schnell an. Mit dem Motor, den er hat, könnte er in fast jeder Ausdauersportart erfolgreich sein.“

Nicht einfach nur ein weiterer Olympiasieger

Für ein Radsportpublikum ist dieser „Motor“ keine Marketingfloskel. Klæbo ist nicht einfach ein dekorierter Skilangläufer. Bei den Winterspielen in Milano-Cortina wurde er der erste Athlet mit sechs Goldmedaillen bei einem einzigen Winterevent und erhöhte seine Olympia-Bilanz auf 11 Goldene und 13 Medaillen insgesamt. Im Skilanglauf hat er die größte Bühne des Sports längst erobert.
Hushovd bewundert dieses Profil seit Langem. „Ich habe immer gesagt, dass Klaebo eine außergewöhnliche physische Kapazität hat, etwas wirklich Einzigartiges“, sagte er.
Klæbo selbst hat die Idee nie ganz verworfen. „Zuerst muss ich die [2026] Olympischen Spiele machen, und dann werden wir sehen“, sagte er bereits. „Nach den Spielen denke ich darüber nach, was ich als Nächstes mache, also könnte der Schritt zu Uno-X das nächste Ziel sein.“
Die Verbindung zwischen Athlet und Team besteht bereits. Klæbo ist in den vergangenen Saisons mit Uno-X-Fahrern Trainingsrunden gefahren, hat Strecken der großen Frühjahrsklassiker besichtigt und Zeit im Teamumfeld während der Tour de France verbracht.
Die Frage ist nun nicht, ob Klæbo Rad fahren kann. Sondern ob einer der dominanten Wintersportler seine Physiologie realistisch in den Profistraßenradsport übertragen kann.

Motor ist das eine. Das Peloton ist das andere

Der Radsport hat Quereinsteiger-Erfolge gesehen. Primoz Roglic wechselte bekanntlich vom Skispringen in die Grand-Tour-Spitze. Das norwegische Talent Jorgen Nordhagen stieg vom Junioren-Skilanglauf schon früh ins Profipeloton um.
Doch selbst höchste Ausdauer garantiert keinen Erfolg auf der Straße.
Kristian Blummenfelt sprach offen über den Traum vom Toursieg, nachdem er im Olympischen Triathlon und bei Ironman-Rennen dominierte. Das physiologische Profil stand nie infrage. Die praktische Realität, sich im Profipeloton zu verankern, erwies sich als komplexer, und der Wechsel fand nie statt.
Radsport verlangt weit mehr als aerobe Kapazität. Positionierung im nervösen Feld, Technik bei hohem Tempo, taktischer Instinkt und jahrelange Rennhärte lassen sich nicht in eine kurze Testphase pressen.
Klæbos Fall wäre dennoch besonders. Skilanglauf überschneidet sich stärker mit dem Radsport in Bezug auf nachhaltige aerobische Leistung und wiederholte Hochintensitätsreize, und norwegische Langläufer nutzen das Rad umfangreich im Training. Der „Motor“, auf den Hushovd verweist, ist sehr real.
Für Uno-X, inzwischen fest im WorldTour-Kalender verankert und geprägt von skandinavischer Ausdauerkultur, ist die Idee weniger abwegig, als sie klingt. Dennoch ist dies vorerst eine Einladung und kein bevorstehender Vertrag.
Klæbo hat die Rekordbücher im Schnee bereits neu geschrieben. Ob er diesen Motor jemals gegen die Anforderungen des WorldTour-Pelotons testet, bleibt eine der spannendsten Ausdauerfragen der Nach-Olympia-Saison.
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