„Es gibt keine Garantien“: Lidl-Trek geht ins Risiko, da Mads Pedersen ein Vorbereitungsrennen zugunsten eines zusätzlichen Trainingslagers vor der Tour auslässt

Radsport
Samstag, 20 Juni 2026 um 11:14
Mads Pedersen
Mads Pedersen hat sich für diesen Sommer eine klare Aufgabe gestellt: seine Sammlung der Punktewertungs-Titel bei der Tour de France zu vervollständigen. Der Däne war im vergangenen Jahr auf diesem Kurs äußerst erfolgreich, als er sowohl beim Giro d’Italia als auch bei der Vuelta a España triumphierte.
Der Anlauf des Lidl-Trek-Stars auf die Tour verlief in dieser Saison jedoch alles andere als ideal. Nach einem Sturz beim Saisondebüt musste Pedersen mit einer Handgelenksverletzung pausieren. Deshalb stehen für 2026 bislang nur 10 Renntage in seiner Bilanz.
Ursprünglich wollte Pedersen über die Boucles de la Mayenne und die Baloise Belgium Tour in Form kommen. Letztere wurde jedoch gestrichen, da Pedersens neuer Plan statt eines „riskanten“ fünftägigen Rennens in Belgien ein „sicheres“ zusätzliches Trainingslager vorsieht.
„Wir haben das jetzt so geplant, weil Mads nach den Boucles de la Mayenne einen weiteren harten Trainingsblock absolviert hat“, erklärte Sportdirektor Kim Andersen gegenüber In de Leiderstrui.

Kopfsteinpflaster ist schön, aber gefährlich

So bleiben die Boucles de la Mayenne – bei denen Pedersen in ansprechender Verfassung mit drei Top-10-Ergebnissen und einem Podestplatz überzeugte – bis Juli der einzige internationale Formtest des Ex-Weltmeisters.
„Auch bei einem Rennen wie der Baloise Belgium Tour besteht ein gewisses Risiko. Die Etappen sind kurz und das Feld umfasst 160 Fahrer. Es ist wirklich ein schönes Rennen, aber es bleibt ein belgisches Rennen mit Kopfsteinpflaster. In jedem Start steckt ein Risiko, doch Mads hat mit seinem Handgelenk bislang kein perfektes Jahr. Auch das haben wir berücksichtigt.“
Mads Pedersen bei Paris–Roubaix 2026
Mads Pedersen bei Paris–Roubaix 2026

Fokus auf das Punkte-Trikot

Pedersen wird daher den gesamten Juni kein größeres Rennen bestreiten und nur die dänischen Meisterschaften fahren. Ohne echten Vergleich mit seinen Tour-de-France-Rivalen ist das eine ungewohnte Strategie, die für Lidl-Trek auch nach hinten losgehen könnte.
„Das ist uns bewusst, aber wir hoffen, dass er auch jetzt gut darauf anspricht. Garantien haben wir jedoch nicht“, merkte der erfahrene Andersen an.
Im Mannschaftszeitfahren in Barcelona ist für Pedersen sofort eine wichtige Rolle vorgesehen. Bei Lidl-Trek teilt er sich die Kapitänsrolle mit Juan Ayuso und Mattias Skjelmose. Während die beiden Letztgenannten auf das Gesamtklassement zielen, gehört der Rest der Etappen Pedersen: „Das Grüne Trikot ist natürlich ein großes Ziel“, schloss Andersen.
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