La Vuelta Femenina 2026 wurde auf der 2. Etappe weit aufgerissen:
Shari Bossuyt sprintete in San Cibrao das Viñas zum Sieg, während Spitzenreiterin Noemi Ruegg in einem chaotischen Finale stürzte und das Rennen aufgeben musste.
Die Belgierin war am ansteigenden Ziel aus einer verkleinerten Gruppe die Schnellste, doch die Etappe wurde letztlich vom dramatischen Aus von Ruegg geprägt, deren Sturz in den Schlusskilometern die Gesamtwertung neu ordnete.
Früher Schlagabtausch, dann kontrollierte Flucht
Die Anfangsphase war von wiederholten, aber kurzlebigen Attacken geprägt, derweil das Feld zunächst keinen Vorstoß ziehen lassen wollte. Versuche von Fahrerinnen wie Aniek van Alphen und Katia Ragusa wurden rasch neutralisiert, das Tempo blieb hoch und das Peloton kompakt.
Das änderte sich auf einer ansteigenden Passage, als sich endlich eine Fünfergruppe löste. Carina Schrempf, Andrea Casagranda, Julie Van De Velde, Marieke Meert und Lea Rondel fuhren einen Vorsprung heraus, der um die Ein-Minuten-Marke pendelte. FDJ United - SUEZ kontrollierte dahinter das Feld und sorgte dafür, dass die Gruppe nie genug Zeit bekam, um gefährlich zu werden.
Ausreißer gestellt, Tempo zieht an
Mit fortschreitender Etappe machte sich der Druck des Pelotons bemerkbar. Teams wie Lidl-Trek Women und SD Worx - Protime beteiligten sich an der Nachführarbeit und reduzierten den Abstand stetig.
Die Ausreißerinnen wurden innerhalb der letzten 30 Kilometer gestellt, was unmittelbar eine aggressivere Rennphase auslöste, als die Fahrerinnen die entscheidende Steigung antizipierten.
Gesamtführende stürzt im Schlüsselmoment
Der Wendepunkt der Etappe kam im Anlauf aufs Finale. Gesamtführende Noemi Ruegg stürzte im Feld nach einem Vorderrad-Berühren, riss Eleonora Ciabocco mit zu Boden und zwang beide zur Verfolgung. Der Schaden war entscheidend. Ruegg konnte sich nicht erholen und musste wenig später aufgeben – ein abruptes Ende ihrer Zeit im roten Trikot.
Das Rennen war destabilisiert, Attacken folgten. Katrine Aalerud setzte für Uno-X Mobility Women zur Soloflucht an und hielt kurzzeitig Vorsprung in den Schlussanstieg, doch das Feld schloss sie mit zunehmender Steilheit allmählich wieder.
Dahinter wurde die Positionierung entscheidend. Pauline Ferrand-Prevot und Lotte Kopecky hielten sich aufmerksam vorne, während das Tempo die Gruppe weiter ausdünnte.
Bossuyt macht am Berg alles klar
Die entscheidenden Moves kamen am finalen 3,1-Kilometer-Anstieg. Paula Blasi eröffnete die Attacke und zog eine selektierte Gruppe mit Kasia Niewiadoma-Phinney, Liane Lippert und Anna van der Breggen heraus.
Als das Tempo weiter anzog, schrumpfte die Gruppe erneut und bereitete einen Sprint der stärksten Restfahrerinnen vor. Im Finale erwies sich Shari Bossuyt als schnellste, siegte vor Franziska Koch und Evita Muzic.