Die 13. Etappe des Giro d’Italia war erneut ein Tag, an dem die Ausreißer wie erwartet durchkamen – das Feld verzichtete auf die Verfolgung. Eine Gruppe aus Kletterern, Klassikerspezialisten und Rouleuren prägte den Tag nach Verbania, und Italiens Alberto Bettiol sorgte mit einem souveränen Solo für den dritten Etappensieg der Gastgebernation.
Zahlreiche Fahrer versuchten ihr Glück, schließlich setzten sich mehrere Gruppen ab, die später zur Spitze zusammenschmolzen. Axel Huens, Jasper Stuyven, Francesco Busatto, Toon Aerts, Mirco Maestri, Markus Hoelgaard, Alberto Bettiol, Mark Donovan, Michael Valgren, Johan Jacobs, Josh Kench, Diego Pablo Sevilla, Larry Warbasse, Mikkel Bjerg und Andreas Leknessund bildeten die 15 Fahrer, die den Etappensieg unter sich ausmachten.
Im Peloton herrschte Gelassenheit: Keine Gefahr fürs Gesamtklassement, keine Ambitionen auf den Tagessieg – die Hauptgruppe rollte ohne nennenswerte Aktionen Richtung Ziel.
Vorne hingegen war alles möglich. Mehrere Teams verfügten über zahlenmäßige Vorteile, was Raum für Taktik bot. Das Profil begünstigte das jedoch wenig: keine Anstiege bis zum finalen Doppelanstieg – 2,4 km bei 5,7 % und 4,7 km bei 7 %, der letzte endete 13 Kilometer vor dem Ziel.
Alberto Bettiol attackiert zum Sieg
Am Ende spielte Taktik kaum eine Rolle, denn Groupama – FDJ nutzte seine drei Fahrer konsequent, um das Tempo in der Spitze hochzuhalten. Das erstickte Attacken im Keim und brachte die Gruppe geschlossen an den Schlussanstieg.
Dort eröffnete Josh Kench für die französische Equipe mit einer Attacke, die sofort Löcher riss und die Vorentscheidung einleitete. Oben setzte sich Andreas Leknessund ab und nahm die Abfahrt solo in Angriff.
Der norwegische Meister schien nach seiner Niederlage gegen Jhonatan Narváez auf Etappe 8 diesmal auf Kurs Sieg. Doch kurz vor der Kuppe fuhr Astanas Alberto Bettiol von hinten stark auf und startete dann eine explosive Attacke, die ihm am Gipfel einige Sekunden Vorsprung bescherte.
Der Anflug nach Verbania war rasant. Bettiol stürzte sich in die Abfahrt, mied Schlaglöcher und verteidigte seinen Vorsprung souverän bis ins Ziel. Bettiol sicherte Astana den dritten Etappensieg nach Guillermo Thomas Silva und Davide Ballerini in der ersten Woche. Andreas Leknessund wurde Zweiter, Jasper Stuyven spurtete dahinter im kleinen Verfolgerfeld auf Rang drei.
Ergebnisse Giro d’Italia 2026 Etappe 13
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.