Die 15. Etappe des Giro d’Italia war bretteben – und eigentlich eine, in der eine Ausreißergruppe kaum Chancen haben sollte. Doch genau so kam es. Das Peloton hatte nicht genug Zug, um die bescheidene frühe Flucht einzufangen, und Uno-X-Profi
Fredrik Dversnes feierte den größten Sieg seiner Karriere.
Die Schlussetappe der zweiten Woche war ungewohnt flach. In Voghera fiel der Start, dann ging es Richtung Milano zu einem Rundkurs im Stadtzentrum, der förmlich nach einem Massensprint roch. Die Zeiten wurden für den finalen Rundkurs komplett neutralisiert, sodass die Klassementfahrer fern der Spitze blieben – das senkte das Sturzrisiko auf einem Kurs, der zwar nicht technisch, aber aufgrund des urbanen Umfelds auch nicht übermäßig sicher war.
Der Kampf um die Gruppe zog sich nicht lange hin. Fredrik Dversnes (Uno-X), Martin Marcellusi (Bardiani) und das Polti-Duo Mattia Bais und Mirco Maestri setzten sich als Tagesflucht ab. Das Tempo war enorm hoch, ohne einen einzigen topografischen Haken, und beim Ziel betrug der Schnitt des Feldes über 51 km/h.
Die Sprintzüge der Topteams verheizten sich bei der Verfolgung des Quartetts, und auch in den letzten 5 Kilometern hielt die Lücke – die Nachführarbeit stockte. Das Peloton vergab die einzige echte Chance der Woche auf einen Massensprint und damit auf den Tagessieg.
Vorne opferte sich einer der Polti-Fahrer erwartungsgemäß für den anderen – in diesem Fall spannte sich Bais an die Spitze. Doch zum Missfallen der italienischen Teams hatte Dversnes im Finale die besten Beine und fuhr einen wichtigen Etappenerfolg für
Uno-X Mobility ein, die zuvor mit Andreas Leknessund zweimal Zweiter geworden waren. Maestri wurde Zweiter, Marcellusi Dritter. Wenige Sekunden dahinter sprintete Paul Magnier auf Rang vier und übernahm erneut die Führung in der Punktewertung.
Ergebnis Giro d’Italia 2025, Etappe 15