Luca Van Bovens zweite Grand-Tour-Teilnahme endete abrupt nach einem bizarren Sturz in den Anfangsphasen der 7. Etappe der Vuelta a España 2026. Eine plötzliche Bewegung von XDS Astana-Profi Alessandro Romele drückte Van Boven gegen ein Gebäude am Straßenrand und zu Boden.
Trotz heftiger Schmerzen erreichte der 26-Jährige das Ziel. Weitergehende Untersuchungen schlossen jedoch einen Start am folgenden Morgen aus. „Es geht ihm nicht gut. Er ist im Krankenhaus, aber den Umständen entsprechend ist er okay“, sagte Lotto-Intermarché-Sportdirektor Mario Aerts im Anschluss bei Sporza.
Romele erhielt für die Verursachung des Vorfalls eine
Gelbe Karte der Jury. Aerts nimmt dem jungen Italiener den Sturz jedoch nicht übel, da dieser am Ende des Feldes einem Temposchweller auswich und den Fahrer hinter sich nicht sehen konnte.
„Er hat keine Augen im Hinterkopf und hat einfach ausgeschert, als er von diesem Temposchweller kam. Es war schlicht ein sehr unglücklicher Rennzwischenfall. Romele ist während des Rennens bereits zu unserem Wagen gekommen, um sein Bedauern auszudrücken.“
Außergewöhnliche Widerstandskraft
Herausragend bleibt Van Bovens Wille, diese Grand Tour um jeden Preis zu beenden – selbst mit einem kollabierten Lungenflügel. Mitten in der Etappe konnte er seine Diagnose natürlich nicht kennen. Van Boven kam zwei Minuten hinter dem Feld an, aber sicher innerhalb des Zeitlimits.
Er fuhr weiter, obwohl Sportdirektor Aerts ihm zu verstehen gab, dass ihm niemand einen Vorwurf machen würde, sollte er mit der zumindest vermuteten Rippenverletzung aussteigen. „In dem Moment kannst du nicht sicher sein, dass es ein kollabierter Lungenflügel ist. Der Vuelta-Arzt hat vermutlich auch an gebrochene Rippen gedacht. Wir haben Luca kommuniziert, dass er aufhören müsse, wenn die Schmerzen zu groß seien.“
Trotz allem konnte der Pechvogel sein Unglück bereits etwas einordnen. „Er war etwas mitgenommen, aber er sagte mehrmals, dass es zum Job gehört“, schloss Aerts.
Mehr Pech traf Lotto-Intermarché auf der 8. Etappe, bereits ohne Luca Van Boven im Rennen. Zunächst war Lars Craps in einen der Stürze im Verlauf der Etappe verwickelt, kam jedoch mit ein paar Schürfwunden davon. Später lag Sprinter Steffen De Schuyteneer im Massensprint zu Boden, blieb aber offenbar ebenfalls ohne schwere Verletzungen, wie das
Team nach Etappenende berichtete.