„Er kennt die andere Seite der Tour de France gar nicht“: Adam Yates staunt über Tadej Pogacars mentale Stärke

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 10 Juli 2026 um 12:30
Tadej Pogacar and Adam Yates
Adam Yates hat sich längst daran gewöhnt, bei UAE Team Emirates - XRG aus nächster Nähe mitzuerleben, wie Tadej Pogacar für außergewöhnliche Leistungen sorgt. Auch bei der Tour de France steht der Brite wieder im Dienst des Slowenen – und erlebte am Donnerstag ein inzwischen vertrautes Szenario: Pogacar griff an, ließ die Konkurrenz stehen und eroberte das Gelbe Trikot.
Mit seinem beeindruckenden Solo baute Pogacar seinen Vorsprung im Gesamtklassement deutlich aus. Jonas Vingegaard war der einzige Favorit, der dem Tempo des Slowenen in den Hochalpen zumindest zeitweise folgen konnte. Bis auf sechs Sekunden kämpfte sich der Däne heran, ehe am Col du Tourmalet in den Schlusskilometern auch bei ihm endgültig der Faden riss.

Yates verrät Anekdote aus dem Team-Bus

Der 23. Etappensieg bei der Tour de France und ein weiterer Tag im Maillot jaune bringen Pogacar seinem fünften Gesamtsieg bei der Grande Boucle ein weiteres Stück näher. Nach der Etappe erzählte Yates eine Anekdote aus dem Team-Bus von UAE Team Emirates - XRG, die verdeutlicht, wie außergewöhnlich die Karriere seines Teamkollegen bislang verlaufen ist.
„Er hat, glaube ich, neulich im Bus gesagt, er kennt es gar nicht anders – er ist immer in Weiß oder Gelb oder im Punkte-Trikot oder so etwas“, sagte Yates gegenüber Reportern.
„Er kennt also die andere Seite der Tour de France nicht, wo man in den Bus steigt, duscht und all das. Ich finde, das zeigt auch seine mentale Robustheit.“

„Ziemlich normaler“ Angriff mit gewaltiger Wirkung

Ein Angriff, den Yates als „ziemlich normal“ bezeichnete, genügte Pogacar, um Jonas Vingegaard 2:38 Minuten abzunehmen. Der übrigen Konkurrenz – darunter Paul Seixas und Remco Evenepoel – nahm der Slowene sogar mehr als drei Minuten ab. Für viele Beobachter ein beeindruckendes Statement, für Yates dagegen die logische Folge der Streckencharakteristik.
„Wenn er so etwas macht… ich meine, für ihn ist das ziemlich normal. Der letzte Anstieg nach dem Tourmalet ist eher wie ein Talanstieg“, erklärte der Brite.
„Das ist kein richtiger Anstieg, und Tadej gehört auf diesen welligen Straßen zu den Besten der Welt. Es war immer der Plan, dass er am Tourmalet attackiert und versucht, eine Lücke zu reißen… scheint aufgegangen zu sein.“

Yates warnt trotz deutlichem Vorsprung vor zu viel Euphorie

Obwohl viele Beobachter den Kampf um das Gelbe Trikot nach sechs Etappen bereits als entschieden ansehen, bleibt Yates vorsichtig. Der Brite weiß, wie lang die Tour de France noch ist, und unterschätzt die Herausforderung nicht, den Vorsprung seines Kapitäns bis nach Paris zu verteidigen.
„Man kann schlechte Tage haben… Wir müssen einfach versuchen, keine Fehler zu machen und ruhig zu bleiben. Hoffentlich können wir in den nächsten zwei Tagen regenerieren, und dann sehen wir weiter.“
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