„Er hat es in sich“: Visma-Sportdirektor Grischa Niermann lobt Matthew Brennan und eine geschlossene Mannschaft nach dem Sieg bei Kuurne-Brussels-Kuurne

Radsport
Montag, 02 März 2026 um 7:45
matthewbrennan
Matthew Brennan hat am Sonntag bei Kuurne–Brussel–Kuurne einen großen Sieg eingefahren und nach einem anspruchsvollen, chaotischen Rennen den Sprint gewonnen. Nach einem schwierigen Auftakt des Klassik-Wochenendes mit zahlreichen Stürzen, darunter auch bei Brennan selbst, setzte sein Team einen perfekten Plan um. Sie eliminierten mehrere reine Sprinter und brachten Brennan in die ideale Position für den Sieg.

Rückkehr nach hartem Auftakt

Das Opening Weekend war ein einziges Durcheinander, Stürze prägten das Geschehen und trafen viele Fahrer. Trotz der Rückschläge war Niermann äußerst stolz darauf, wie seine Fahrer am Sonntag reagierten.
„Ja, heute haben wir eine super Mannschaft gesehen. Gestern eigentlich auch, aber heute hat es mit Matthews [Brennan] Sieg am Ende geklappt, und wir sind sehr glücklich darüber“, erklärte Niermann in seinem Interview nach dem Rennen.
Auf die Frage nach der Bedeutung der schnellen Antwort auf die Enttäuschungen vom Samstag blieb der Sportdirektor gelassen. „Nun, gestern war es nicht so schlimm, aber am Ende wollten wir natürlich gewinnen und aufs Podium. Das war nicht möglich. Christophes [Laporte] vierter Platz war das Maximum. Heute stand das nächste richtig große Rennen an, in dem wir uns zeigen wollten, und ich denke, das ist uns heute perfekt gelungen“, merkte er an.
Die Teamtaktik war über das gesamte Rennen klar erkennbar. Sie waren stets wachsam, sprangen in Gruppen und schlossen Lücken sofort. Gefragt nach seiner Ansprache vor dem Start, skizzierte Niermann ein klares Ziel: den Massensprint vermeiden, auch wenn Brennan trotz seines jungen Alters zu den Schnellsten im Feld zählt.
„Dass wir als geschlossenes Team auftreten müssen, dass wir in allen Moves dabei sein und das Rennen hart machen wollen. Wir wollten nicht zwingend mit allen Sprintern ins Finale kommen, auch wenn wir davon ausgehen, dass Matthew jeden schlagen kann. Natürlich sind, wenn er gegen [Jasper] Philipsen und [Jonathan] Milan und so weiter sprinten muss, sie die großen Favoriten, aber er ist super schnell. Heute haben wir das Rennen hart gemacht und am Ende hat er den Sprint gewonnen – und das sehr überzeugend. Also, alles gut“, sagte er.
Mit drei Fahrern in der entscheidenden Spitzengruppe hatte das Team mehrere Optionen auf den Sieg. „Nein, natürlich wollten wir das Rennen mitgestalten und hart machen, weil Matthew in Zukunft eine Rolle in den Klassikern spielen soll. Dafür muss er in der echten Renn-Action eines Rennens wie diesem mitmischen können, und das hat er heute gezeigt – und gestern bis zu seinem Sturz ebenfalls. Ja, die Idee war definitiv, das Rennen hart zu machen und, wenn nötig, zu zweit bis ins Ziel zu fahren oder eben nur mit Matthew“, ergänzte Niermann.
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Geschlossene Teamleistung und der Blick nach vorn

Brennans souveräner Sprint beeindruckte umso mehr, da er erst am Vortag gestürzt war. Für Niermann kam die Widerstandskraft des Youngsters jedoch nicht überraschend.
„Ja, er hat das in sich, das weiß ich. Trotzdem entscheidet sich alles auf der Ziellinie. Wie gesagt, Matthew ist einen tollen Sprint gefahren, aber er bekam auch einen massiven Lead-out von Christophe und wurde vom Rest des Teams hervorragend vorbereitet. Daher möchte ich das heute unbedingt als Teamleistung einordnen“, betonte er.
Einen derart bedeutenden Sieg ohne ihren Star Wout van Aert einzufahren, unterstreicht die Breite des Aufgebots für die kommenden Frühjahrs-Klassiker.
„Ja, natürlich. Was man hat, das hat man, einerseits. Andererseits werden wir noch stärker sein, wenn Wout zurück ist. Ich denke, wir haben jetzt wirklich gezeigt, dass wir eine starke Mannschaft haben, dass wir im Moment mehr als sieben Jungs haben, die wirklich gut für die Klassiker sind. Und die brauchen wir, denn in den letzten Jahren hatten wir in diesen Rennen immer viel Pech – gut, Pech haben alle.“
„Ich glaube, gestern gab es vielleicht 100 Stürze. Es ist also nicht so, dass nur wir Pech haben, aber leider gehört das zu diesen Rennen. Ich denke, wir haben einen sehr breiten, starken Kader, und mit Wout werden wir einfach noch stärker sein“, schloss Niermann.
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