Remco Evenepoels Wechsel zu Red Bull - BORA - hansgrohe hat großes Interesse geweckt – sowohl wegen seiner Leistungen als auch wegen seiner Eingewöhnung im neuen Team. Nach seinen ersten Einsätzen für die deutsche Mannschaft schilderte Sportdirektor
Sven Vanthourenhout in
Het Laatste Nieuws, wie der Alltag mit dem Belgier seit seinem Eintritt aussieht.
Evenepoel eröffnete die Saison mit starken Ergebnissen bei mehreren Vorbereitungsrennen in Spanien, wo er mehrfach siegte. Beim UAE Tour folgte ein kleiner Dämpfer, doch sein Auftakt hinterließ im Team dennoch einen positiven Eindruck.
Vor seiner Ankunft stand die Frage im Raum, wie sich der belgische Meister in die Struktur einfügen würde. Vanthourenhout erklärte, intern habe man sich gefragt, welche Haltung der Fahrer mitbringe. „Als Remco unterschrieb, fragten viele: Wer ist er wirklich? Wie wird er sich hier verhalten? Als Insel im Team? Oder integriert er sich reibungslos?“
Diese Zweifel verflogen laut dem belgischen Coach jedoch rasch, sobald der Fahrer den Alltag mit dem Rest der Organisation teilte. „Tatsache ist, dass Remco sich sofort geöffnet hat, auf seine Art. Mit ehrlichem Interesse an sehr vielen Dingen“, betonte Vanthourenhout.
Der Sportdirektor hob zudem hervor, dass Evenepoel das Teamleben aktiv mitgestaltet, selbst bei kleinen Alltagsdingen: „In den WhatsApp-Gruppen des Teams ist er fast immer einer der Ersten, der schreibt oder antwortet.“
Remco Evenepoel jubelt über einen Sieg für Red Bull - BORA - hansgrohe
Ein Anführer zum Anpacken innerhalb des Teams
Dieser Ansatz hat dem Belgier laut Vanthourenhout schnell Respekt und Sympathie im gesamten, in Deutschland beheimateten Gefüge eingebracht. „Sogar die ‘Rookies’ (U23) und Junioren bekommen seine Glückwünsche, wenn sie gewinnen. Und er schreibt häufig den Betreuern, Mechanikern, Physiotherapeuten, Sportdirektoren… Damit hat er schon viele für sich gewonnen.“
Sportlich ist Evenepoels Hauptziel mit seiner neuen Mannschaft klar gesetzt: die Tour de France. Deshalb umfasst sein Frühjahrsprogramm keine eher „experimentellen“ Rennen wie Milano-Sanremo, die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix, über deren Debüt zuletzt viel spekuliert worden war. Stattdessen stellt das Team den Aufbau auf die Frankreich-Rundfahrt vollständig in den Vordergrund.
Gleichwohl räumt Vanthourenhout ein, dass ein Fahrer mit seinem Profil auch in diesen Rennen höchst konkurrenzfähig wäre. „Wir haben eine breite und starke Gruppe. Aber selbstverständlich würde uns jemand vom Kaliber eines Van der Poel, Pogacar, Pedersen oder Seixas sehr gut zu Gesicht stehen. Und damit sind wir direkt bei Remco.“
Obwohl er meint, dass Evenepoel bei den Klassikern noch stärker glänzen könnte als bei Grand Tours, bleibt der Coach überzeugt, dass er eines Tages die Tour gewinnen kann. „Wenn Sie mich heute fragen, ob er auch die Tour gewinnen kann: ja. Ich finde, wir müssen weiter daran glauben. Denn eines Tages, im richtigen Moment, sehen wir vielleicht die beste Version von Remco – etwas, das seinen Hauptkonkurrenten nicht gelingt“, schloss er.
Damit rückt für Evenepoel als nächster Termin die Volta a Catalunya in den Fokus. Die Ausgabe 2026 bietet drei anspruchsvolle Bergetappen und damit eine goldene Gelegenheit für den Olympiasieger, nach dem UAE Tour wieder ein Zeichen in Richtung Kritiker zu setzen.