„Er muss sich auf Ganna konzentrieren“: Belgischer Experte sieht nur einen Weg zum Erfolg für Wout van Aert bei Mailand–Sanremo

Radsport
Dienstag, 17 März 2026 um 10:00
Wout van Aert auf Etappe 2 der Tirreno–Adriatico 2026
Die Vorschau auf Milano–Sanremo 2026 kreist erneut um die Topfavoriten des Pelotons, allen voran Mathieu van der Poel und Tadej Pogačar. Doch weitere Größen lauern auf jede Öffnung, darunter Wout van Aert. Für Ex-Sportdirektor Marc Sergeant hat der Belgier eine Chance, allerdings nur mit kluger Rennführung.
In seiner Analyse für Het Nieuwsblad argumentiert der „Professor des Rennens“, dass Van Aert in ausgezeichneter Form anreist, sichtbar zuletzt bei Tirreno–Adriatico. „Das Tempo, das er am harten Tirreno–Adriatico-Samstag gehalten hat, ist ein gutes Zeichen“, betont Sergeant.
Trotzdem sieht der erfahrene Analyst den Fahrer von Team Visma | Lease a Bike mit einem leichten Nachteil gegenüber den beiden Topfavoriten, wenn das Rennen am finalen Anstieg des Poggio di Sanremo entschieden wird.
„Seien wir ehrlich: Gegen diesen Van der Poel Sanremo zu gewinnen, wird sehr schwer“, räumt er ein.

Der Schlüssel: Gannas Hinterrad halten

Daher rät Sergeant, ein direktes Duell mit Van der Poel oder Pogačar zu vermeiden und ein anderes Drehbuch zu wählen. Sein Tipp ist, Filippo Ganna genau im Blick zu behalten. „Mein Rat: Van Aert muss sich auf Ganna konzentrieren.“
Laut dem Belgier teilen die beiden ähnliche Eigenschaften: enorme Wattwerte und einen herausragenden Motor in der Ebene, jedoch ohne den gleichen Punch wie die Besten an den steilsten Rampen.
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Diese Ähnlichkeit könnte sie im Rennen zu situativen Verbündeten machen. Wenn die Favoriten sich belauern und attackieren, könnten Fahrer wie Van Aert oder Ganna jede Zögerlichkeit ausnutzen.
Das deutlichste Beispiel gab es im Vorjahr, als Ganna am Cipressa den Anschluss an die Favoriten verlor, dank seiner Power aber in Abfahrt und Ebene wieder zur Spitze aufschließen konnte und Zweiter wurde.

Auf den richtigen Moment warten

Für Sergeant liegt Van Aerts Schlüssel darin, ruhig zu bleiben, wenn die großen Favoriten attackieren. Statt sofort mit Van der Poel oder Pogačar zu springen, solle der Belgier seiner Ausdauer und Kraft vertrauen, um die Verfolgung später neu zu organisieren.
„Gannas Hinterrad könnte am Samstag ein gutes sein, dem man folgt“, schließt Sergeant.
Auf einem langen, taktischen und unberechenbaren Kurs wie Mailand–Sanremo kann jeder Fehler oder Sekundenbruchteil Zweifel den Ausgang kippen. Genau dort hoffen Fahrer wie Van Aert oder Ganna ihre Lücke zu finden.
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