Es gibt eine Statistik, die dem Geschehen am Donnerstag auf der
sechsten Etappe der Vuelta a España 2026 zusätzliches Gewicht verleiht. Seit Il Lombardia 2022 hat
Tadej Pogacar nur sieben direkte Sprints mit Siegchance bestritten. Drei davon gingen gegen
Enric Mas, der ihm nun bei der Spanien-Rundfahrt am nächsten ist.
Der erste kam bei Il Lombardia 2022, als Pogacar und Mas nach dem Abschütteln der übrigen Favoriten gemeinsam in die Schlusskilometer einfuhren. Der Slowene setzte sich im Sprint durch und holte seinen zweiten Lombardia-Sieg in Folge, während der Mallorquiner mit einem herausragenden zweiten Platz vorliebnehmen musste.
Ihr zweites großes Duell folgte bei der Vuelta a Andalucía 2023. Auf der vierten Etappe nach Iznájar lieferten sie sich erneut ein spektakuläres mano a mano. Mas eröffnete am Schlussanstieg, doch Pogacar konterte und holte den Sieg. Es war ein weiterer Beleg dafür, dass der Spanier bereit war, mit einer der dominierenden Kräfte des Sports auf Augenhöhe zu kämpfen.
Und nun ist Kapitel drei da
Am El Bartolo hielt Enric Mas erneut Pogacars Hinterrad, als der Slowene antrat. Er beschränkte sich nicht aufs Mitfahren: Im entscheidenden Abschnitt des Anstiegs ging der Movistar-Team-Profi am Führenden vorbei und überquerte als Erster die Kuppe, bevor beide gemeinsam die Abfahrt nach Castellón angingen.
Es war ein außergewöhnliches Szenario. Pogacar hatte attackiert, eine kleine Lücke gerissen und sah nach der nächsten Solo-Show aus. Doch Mas fuhr ihn zu und machte aus der Etappe ein Duell Mann gegen Mann.
Mas and Pogacar überqueren of Puerto El Bartolo
Am Ende erinnerte das Drehbuch an Lombardia. Pogacar und Mas kamen gemeinsam ins Ziel, und der Slowene war im Sprint erneut schneller. Drei direkte Duelle, drei Siege für Pogacar, aber auch drei Auftritte auf Top-Niveau von Enric Mas.
Der Unterschied diesmal: die höheren Einsätze. Das war weder ein Eintagesklassiker noch eine Etappe der Vuelta a Andalucía. Es war eine Vuelta-a-España-Etappe mit Auswirkungen auf die Gesamtwertung, und Pogacar verteidigte eine Führung, die bis dahin unantastbar schien.
Mas gewann die Etappe nicht, erreichte aber für seine Podiumsambitionen etwas Wichtigeres: Er kletterte nach Zeitgewinn auf die Hauptkonkurrenten auf Gesamtrang zwei, 3:34 Minuten hinter Pogacar.
Mas nun Zweiter der Gesamtwertung
Darum führt die Statistik der sieben direkten Sprints von Pogacar nun einen wiederkehrenden Namen: Enric Mas. Der Slowene gewinnt diese Duelle weiterhin, doch der Mallorquiner zeigt abermals, dass er in Bestform einer der wenigen ist, die ihn direkt fordern können.
Mas hat vielleicht noch keinen Weg gefunden, Pogacar im Sprint zu schlagen. Aber er hat etwas erreicht, das deutlich schwieriger schien: die Fähigkeit, bis zur Ziellinie bei ihm zu bleiben.