„Ein Schock wegen der Brutalität des Sturzes“ – spanischer Kommentator Javier Ares sorgt sich um die Sicherheit beim Giro d’Italia nach Zwischenfall auf Etappe 2

Radsport
Montag, 11 Mai 2026 um 14:15
Adam Yates
Etappe 3 des Giro d’Italia wirkte erneut ruhig an der Oberfläche, bot aber reichlich Stoff für Eurosport-Kommentator Javier Ares, der alles auf seinem YouTube-Kanal einordnete nach dem bulgarischen Auftakt vor dem Transfer in den Süden Italiens.
Der Mann des Tages war abermals der Franzose Paul Magnier, der einen weiteren Sprint gewann und seinen spektakulären Giro-Start bestätigte. Ares unterstrich das Niveau des jungen Sprinters, der Jonathan Milan in einem explosiven Finale erneut schlagen konnte.
„Er hat Jonathan Milan erneut auf dessen Terrain geschlagen“, betonte der Kommentator, beeindruckt von der Kraft des Franzosen auf den letzten Metern.
Der Journalist hob zudem die überraschende Gesamtführung des Uruguayers Tomás Silva hervor, der nach den ersten drei Tagen in Bulgarien das Maglia Rosa behalten wird. Für Ares zählt zu den großen Pluspunkten dieses im Ausland gestarteten italienischen Grand Tours das Auftauchen von Fahrern und Nationen, die im Weltradsport seltener im Vordergrund stehen.
Guillermo Thomas Silva auf dem Podium
Guillermo Thomas Silva, Führender des Giro d’Italia
„In Uruguay sollten wir nicht nur über Fede Valverde oder Luis Suárez und Co. reden – reden wir auch über Radsport. Das sind fantastische Nachrichten“, sagte er.
Ares argumentierte, dass solche internationalen Starts den Sport wachsen lassen und in Ländern ohne große Tradition neue Radsportberufungen inspirieren können. Er verwies auf das starke lokale Publikum an den Zielorten und das geweckte Interesse während der drei bulgarischen Etappen.

Stürze erfordern Veränderungen 

„Wir haben bereits eine ziemlich negative, vor allem aber schockierende Bilanz aufgrund der Brutalität des Sturzes“, beklagte er.
Diese Situation veranlasste Ares, eine Debatte über mögliche Reglementanpassungen im modernen Radsport zu eröffnen. Er brachte sogar neue Formate ins Spiel, um Flachetappen zu beleben und zu vermeiden, dass Tage vom Peloton zu strikt kontrolliert werden.
„Wir müssen das überdenken“, insistierte er und plädierte für Alternativen, die das Spektakel erhöhen und den Werbewert für Sponsoren steigern. Unter den Ideen nannte er die Möglichkeit, auch Zwischenzeitabstände jenseits der Ziellinie für die Gesamtwertung zu werten, um Angriffe während der Etappe zu forcieren.
„Wenn Zeitbonifikationen ihren Zweck nicht erfüllen, finden wir andere Anreize“, reflektierte er.

Peloton hält sich zurück

Ares analysierte auch die Taktik des Tages, geprägt von einer kontrollierten Ausreißergruppe aus drei Fahrern, die dem Coup nahekam. Der Spanier Diego Pablo Sevilla zeigte sich erneut an der Spitze aktiv und festigte nach einer weiteren langen Flucht seine Führung in der Bergwertung.
Dem Journalisten zufolge fuhr das Peloton klar konservativ, mit Blick auf den anspruchsvollen logistischen Transfer nach Italien. „Es war ein Siesta-Tag – heute Nacht geht’s auf Reisen“, fasste er zusammen.
Am Ende entschied erneut ein Massensprint die Etappe, wobei Magnier mit einem kraftvollen Antritt auf Kopfsteinpflaster überraschte, Milan abermals überholte und seine Ambitionen auf das Maglia Ciclamino untermauerte.
„Milans Schlussbeschleunigung sah aus, als würde sie das Rad fast zerreißen, aber Migniers Antwort zeigt einen Fahrer, über den wir noch viel sprechen werden“, bemerkte Ares.
Nach drei Etappen in Bulgarien legt der Giro nun einen Ruhetag ein, bevor es in Italien weitergeht, wo das Rennen zunehmend selektiveres Terrain für das Gesamtklassement ansteuert.
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