„Ein neuer Giro beginnt am Samstag“ – Pellizzari schickt der Konkurrenz während der Genesung von einer Virusinfektion eine neue Warnung

Radsport
Freitag, 22 Mai 2026 um 12:00
Giulio Pellizzari
Für einige Momente am Blockhaus sah es so aus, als würde Giulio Pellizzari Jonas Vingegaard in diesem Giro d’Italia Paroli bieten. Der junge Italiener folgte dem übermächtigen Topfavoriten bei dessen ersten Attacken auf dem Mammutfinale der 7. Etappe, und die Fans fragten sich, ob sich ein packendes Duell um das Gesamtklassement anbahnte.
Doch der Red Bull - BORA Hansgrohe-Profi flog der Sonne zu nah, brach im Windschatten des Dänen ein und verlor nach dem mutigen Versuch, den zweifachen Tour-de-France-Sieger zu markieren, Zeit. Spulte man vor zur 9. Etappe, büßte Pellizzari auf einem deutlich weniger schweren Schlussanstieg mehr als eine Minute ein.
Der 22-Jährige war mit großen Ambitionen zur Corsa Rosa angereist. Viele trauten ihm zu, die Vorherrschaftspläne von Visma | Lease a Bike ernsthaft zu stören. Dieses Vertrauen war angesichts seiner Dominanz bei der Tour of the Alps sowie der hochkarätigen Unterstützung durch Jai Hindley und Aleksandr Vlasov gut begründet. Nach dem Ziel am Sonntag wirkte jedoch nicht alles im Lot.

Pellizzari kämpft beim Giro mit Magenproblemen

Kurz darauf folgte die Bestätigung, dass Pellizzari von einer Virusinfektion erwischt worden war, die nach einer turbulenten ersten Woche mehrere Fahrer im Peloton getroffen hat. Auch Hindley und andere im Team waren betroffen. Der junge Kletterer lieferte dennoch ein ordentliches Zeitfahren ab und verlor 18 Sekunden auf Vingegaard – der ebenfalls einräumte, mit Krankheit zu kämpfen zu haben.
Vor Etappe 13 und vor allem dem imposanten Hochgebirgstag am Samstag zeigt sich Pellizzari optimistisch, seine gesundheitlichen Probleme abzuschütteln und einen neuen Giro-Angriff zu starten. Mit dem Reset-Knopf liegt er 3 Minuten und 9 Sekunden hinter Vingegaard zurück – der trotz des Rosa Trikots bei Afonso Eulálio wohl der Maßstab fürs GC bleiben wird.
„Der Mittwoch war ein harter Tag. Hoffen wir, dass wir uns heute und morgen noch ein wenig erholen können. Dann beginnt am Samstag ein neuer Giro“, sagte er am Donnerstag zu In de Leiderstrui und schickte damit eine Ansage an die Podiumsanwärter Vingegaard, Felix Gall und andere.

„Die letzten drei Tage möchte ich nicht noch einmal erleben“

Der beträchtliche Rückstand auf Vingegaard ist eine hohe Hürde, doch Pellizzari gibt sich zuversichtlich, das Weiße Trikot des besten Jungprofis mit nach Hause zu nehmen.
Auf das Trikot angesprochen sagte er zu einem Reporter: „Das Weiße ist definitiv ein Ziel — ich liege auf Platz zwei der Nachwuchswertung. Aber man darf nicht vergessen, dass es weiterhin Afonso Eulálio trägt. Ich halte es für möglich; wir werden alles dafür geben.“
Pellizzari blickt einer neuen Giro-d’Italia-Morgendämmerung entgegen, zurückschauen will er nach den zermürbenden Tagen des Schadensbegrenzens unter Krankheit aber nicht. Am Samstag im Bergtest und darüber hinaus hofft er, wieder hinter der Grimasse lächeln zu können.
Er ergänzte: „Die letzten drei Tage möchte ich nicht noch einmal erleben. Aber reden wir über das, was noch kommt, und genießen es.“
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