Geraint Thomas weiß nur zu gut, wie es ist,
Tadej Pogacar dem Peloton am Berg enteilen zu sehen. Kurz nach seinem Karriereende im vergangenen Jahr erlebt der INEOS Director of Racing nun bei der Vuelta a España ein Déjà-vu.
Bereits nach fünf Tagen hat der Fahrer von UAE Team Emirates - XRG die Grand Tour fest im Griff. Seine dominante Vorstellung auf Etappe 4 brachte ihm auf einer schweren Bergetappe nach einer Attacke rund 50 Kilometer vor dem Ziel fast drei Minuten Vorsprung auf die übrigen Klassementfahrer ein.
Pogacar zementiert damit seinen eisernen Zugriff auf das Rote Trikot und
scheint prädestiniert, die Grand Tour vom ersten Tag bis zur 21. Etappe mit Finale in Granada anzuführen. Da am Dienstag niemand Pogacars eruptive Beschleunigung mit sieben Watt pro Kilo kontern konnte, lieferte Thomas eine nüchterne Analyse: Für alle anderen ist das schlicht unmöglich.
„Du wirst nicht gegen ihn fahren“
„Du wirst nicht gegen ihn fahren, wenn noch 50 Kilometer übrig sind und er sieben Watt pro Kilo tritt, denn du weißt, dass du das einfach nicht kannst“, sagte Thomas in
seinem Podcast Watts Occuring mit Decathlon CMA CGM-Sportdirektor Luke Rowe.
Rowe stimmte zu, bot aber einen kleinen Hoffnungsschimmer in Form von Seitenwind: „Wenn du Szenarien suchst, in denen er Zeit verlieren kann, dann nicht am Berg und nicht an Sprinttagen. Aber an Tagen mit Seitenwind kann alles passieren.“
Im INEOS-Aufgebot steht
Joshua Tarling, der nur gut eine Woche nach dem tragischen Tod seines Bruders Finlay Tarling bei der Volta a Portugal an den Start ging. Die Radsportwelt würdigte seine Entschlossenheit und Stärke.
Geraint Thomas lobt Joshua Tarling
In diesem Sinne würdigte Thomas auch Tarlings bemerkende Leistung im Zeitfahren der 1. Etappe in Monaco, in dem er trotz fehlender Vorbereitung nur vier Sekunden am Etappensieg vorbeischrammte.
„Er wollte einfach kommen und normal sein, Radprofi sein, ein Team um sich haben, das ihn unterstützt, und sich wirklich nur um das Rennen kümmern.
Nimmt man nun alle Emotionen heraus und schaut nur auf die Leistung: Er hat offensichtlich schlecht geschlafen. Er hat offensichtlich nicht gut gegessen. Er ist fast eine Woche kaum Rad gefahren. Dort hinzugehen und so eine Leistung abzurufen, fast zu gewinnen, ist einfach irre.“