Die Vuelta a España serviert Radsportfans am Donnerstag einen Leckerbissen: Auf der 6. Etappe wartet auf dem entscheidenden Anstieg ein Schotterabschnitt. Nachdem das Rennen nun bis zum Ende auf spanischem Boden bleibt, haben die Organisatoren der Etappe eine spannende Note verliehen.
Nachdem in den jüngsten Ausgaben sowohl des Giro d’Italia als auch der Tour de France Schotter zum Einsatz kam – ganz zu schweigen von den berühmten Kopfsteinpflasterpassagen rund um Paris-Roubaix – bekommt nun auch die Vuelta ihren eigenen Abschnitt auf unbefestigten Straßen.
In einer kletterlastigen Ausgabe des Rennens werden lediglich 3,5 Kilometer der Strecke
am Donnerstag auf Schotter gefahren. Er liegt am finalen Anstieg des Tages, dem 9,4 Kilometer langen El Bartolo mit 7 Prozent im Schnitt. Im oberen Teil warten im Mittel über 11 Prozent mit Rampen bis zu 20 Prozent.
Nach dem Ende des Schotterabschnitts bleibt es für das Feld weiter bergauf, bevor eine 16 Kilometer lange Abfahrt und der Anlauf ins Ziel folgen. Knapp 3000 Höhenmeter insgesamt versprechen einen großen Schlagabtausch um den Tagessieg.
„Es ist ein sehr harter Anstieg, das weiß ich ganz sicher“, sagte NSN Cycling Team-Kletterer Pau Marti
zu Cyclingnews.Wout van Aert ahead of stage 4 at the 2026 Vuelta a Espana
Marti blickt auf den entscheidenden Schotterabschnitt
„Das wird mit Sicherheit entscheidend, besonders wenn man in die Gruppe gehen will. Wir haben gehört, dass der Schotter recht gut verdichtet und eben ist und es nicht viele ausgefahrene Stellen gibt. Daher fahren wir mit dem gewohnten Setup. Vielleicht senken wir den Reifendruck etwas, aber nur ein wenig.“
Die Ausreißer werden sich bei mehreren kürzeren Anstiegen vor dem Hauptmenü Chancen ausrechnen, doch Marti warnte, dass zwei Fahrer den Tag maßgeblich prägen könnten.
Aus Sicht einer Fluchtgruppe dürfte Wout van Aert interessiert sein, während
Tadej Pogacar zur Gefahr wird, falls das Rennen im Finale wieder zusammenläuft.
Pogacar und Van Aert könnten das Ergebnis diktieren
„Schotter am Berg ist deutlich schwerer zu fahren, als wenn der Schotter in der Ebene liegt, das ist sicher. Und die Abfahrt ist stellenweise sehr technisch, auch wenn ich als guter Abfahrer zurechtkommen sollte.“
„Wie auch immer es läuft, Pogacar wird auf jeden Fall der Favorit sein. Er kann in jedem Terrain gewinnen, also hängt vieles davon ab, was Tadej vorhat. Und wenn es auf eine Flucht hinausläuft, wird viel davon abhängen, ob Van Aert dabei ist.“
Pogacar hat bei der Vuelta bereits zwei Etappen gewonnen und trägt seit dem Auftakt das Rote Trikot. Mit einer Kletterleistung nahe seinem Tour-de-France-Niveau auf Etappe 4 hat er den Angreifern aus Ausreißergruppen signalisiert, dass Etappenerfolge nur mit harter Arbeit zu holen sind.