DISKUSSION | Baskenland-Rundfahrt, 2. Etappe – Seixas der neue Außerirdische? Kroch Ayuso am Schlussanstieg? Ist das Verhalten der Fans beschämend?
Radsport
Etappe 2 der Baskenland-Rundfahrt lieferte einen beeindruckenden, entscheidenden Auftritt des 19-jährigen französischen Talents Paul Seixas, der nach dem Sieg im Auftaktzeitfahren seinen zweiten Erfolg in Serie einfuhr.
News-Update zur Baskenland-Rundfahrt: Seixas’ Solo entzaubert Rivalen
Sein Triumph folgte auf eine kühne Attacke aus der Distanz, lanciert 26 Kilometer vor dem Ziel, der keiner seiner Rivalen folgen konnte.
Das Profil war alles andere als simpel, mit mehreren kategorisierten Anstiegen, die das Feld Schritt für Schritt zermürbten.
Früh am Tag stand der Etxauri auf dem Programm, später folgten Zuarrarate und Aldatz. Der entscheidende Moment kam jedoch am fordernden San Miguel de Aralar, einem 9,5 Kilometer langen Anstieg mit 7,7% im Schnitt, dessen Passhöhe weniger als 20 Kilometer vor dem Ziel lag.
Eine starke Ausreißergruppe mit sieben Fahrern formierte sich früh, darunter Frank van den Broek, Ethan Hayter und weitere. Das Quartett baute maximal rund zweieinhalb Minuten Vorsprung auf.

Mikel Landa am Boden nach einem heftigen Sturz
Zwischenzeitlich wurde Bruno Armirail dank seines geringen Rückstands im Gesamtklassement sogar zum virtuellen Führenden. Doch das Team von Seixas kontrollierte das Feld konsequent, sodass die Lücke nie gefährlich anwuchs.
Am San Miguel de Aralar zog das Tempo deutlich an. Der Vorsprung der Spitze schmolz rasch unter dem hohen Rhythmus, den die Teamkollegen von Seixas anschlugen.
Seixas wählte den Moment und beschleunigte rund sieben Kilometer vor der Kuppe entscheidend. Mattias Skjelmose versuchte zunächst zu folgen, doch das Tempo war für die meisten Anwärter zu hoch.
Hinter Seixas bildete sich eine Favoritengruppe um Primoz Roglic, Cian Uijtdebroeks und andere. Isaac Del Toro versuchte die Nachführarbeit zu organisieren, auch Florian Lipowitz setzte wiederholt Akzente. Trotz dieser Bemühungen verteidigte Seixas einen deutlichen Abstand und überquerte die Kuppe mit rund 50 Sekunden Vorsprung.
Das Terrain nach dem Gipfel spielte dem Führenden in die Karten: weitgehend bergab, bevor es kurz vor dem Ziel nochmals leicht anstieg. Während einige Fahrer, darunter Roglic und Del Toro, Mühe hatten, in der Verfolgergruppe zu bleiben, bemühten sich andere um koordinierte Nachführarbeit.
Unterdessen stürzte Mikel Landa in einer Abfahrt schwer, was der Etappe zusätzliche Dramatik verlieh. Updates zu seinem Zustand gab es zunächst nicht.

Kévin Vauquelin war einer von drei INEOS Grenadiers Fahrern, die im Sturz verwickelt waren
Seixas blieb ruhig und baute seinen Vorsprung weiter aus. Trotz eines kurzen, ungewöhnlichen Zwischenfalls, als er einer Person ausweichen musste, die auf der Straße lag, fand er sofort zurück in den Rhythmus und hielt das Tempo hoch.
Sein Vorsprung wuchs auf über eine Minute, sodass er im Ziel einen weiteren dominanten Solosieg feiern konnte.
Dahinter fiel die Entscheidung um die restlichen Podiumsplätze im Sprint. Skjelmose war der Schnellste, holte Rang zwei vor Roglic, der von hinten nochmals zurückkam. Uijtdebroeks wurde Vierter, nachdem er den Sprint früh eröffnet hatte, auf den letzten Metern aber etwas nachließ.
Mit diesem Auftritt bestätigte Seixas nicht nur seine herausragende Form, sondern baute auch seine Führung im Gesamtklassement aus und markierte sich als bislang prägendster Fahrer dieses Rennens.
Carlos Silva (CiclismoAtual)
Was habe ich euch gestern gesagt, Freunde? Geschmeidig wie eh und je. Paul Seixas hat das Feld komplett zerlegt.
Am Schlussanstieg nach Santo Domingo zog Lidl-Trek zunächst nach vorn, doch Decathlon übernahm rasch die Kontrolle und legte das perfekte Tempo, damit Seixas attackieren konnte.
Als der Franzose seinen Moment spürte, erhöhte er das Tempo – das war’s, Deckel drauf. Er holte alle Ausreißer, übernahm die Etappenführung, und dahinter herrschte pures Chaos.
Ayuso war der Erste, der platzte, quälte sich über die Kuppe. Der Spanier wirkt wie ein Schatten seiner selbst im Vergleich zum Ayuso der Volta ao Algarve.
Isaac Del Toro war nirgends zu sehen. Skjelmose war genau das, was er oft ist: weder herausragend noch schwach am Berg, aber im Finale dennoch “Best of the Rest” vor einem fleißigen Primoz Roglic.

Paul Seixas entkommt nur knapp. Manche Fans wissen sich auf der Straße nicht zu benehmen
Der Einzige, der am Berg wirklich reagierte, war Florian Lipowitz, aber ihm fehlten schlicht die Beine. Hätte er sie gehabt, wäre er weggefahren.
Kévin Vauquelin verlor nach einem Sturz enorm viel Zeit. Und Mikel Landa… wieder einmal Pech. Ich kenne den genauen Zustand nicht, aber bei diesem Abfahrtssturz, bei sicher über 70–80 km/h, fürchte ich, sein Giro d’Italia ist bereits gefährdet.
Und übrigens, was war das bitte 3 km vor dem Ziel? Ich sah einen Zuschauer mitten auf der Straße liegen, just als Seixas vorbeifuhr, sodass die Motorräder und das Begleitauto vor ihm anhalten mussten.
Seixas quetschte sich irgendwie durch, aber hätte er absteigen müssen, wäre die sportliche Fairness komplett verzerrt worden. Ehrlich gesagt verstehe ich das Verhalten mancher Fans einfach nicht.
Übrig bleibt nur dies: Vingegaard und Pogacar haben einen echten Herausforderer für die Tour de France. Decathlon hält sich bedeckt, aber dieses Wunderkind muss sich gegen die Allerbesten messen.
Ruben Silva (CyclingUpToDate)
Es ist nicht die aufregendste Art von Rennsport, aber Paul Seixas hat „einen Pogacar“ hingelegt.
Jetzt zeigt sich, wie er über die ganze Woche kommt. Klettern ist kein Problem, seine Erholungsfähigkeit hat er bereits bewiesen. Dennoch ist es ein brutales Rennen ohne Ruhetage, er muss täglich ein hohes Niveau halten, um das Gesamtklassement nicht zu verlieren.
Ein seltsamer Renntag. Ich erwartete Attacken, aber nicht eine so frühe, die derart großen Schaden anrichtet. Hat er keinen Einbruch, ist das Gesamt fast zementiert, denn Isaac del Toro war ebenfalls weit von seinem Bestwert entfernt und liegt jetzt schon über 2 Minuten hinter der Führung.
Alle anderen Fahrer in diesem Rennen werden ihn nicht mehr erreichen.
Juan Larra (CiclismoAlDia)
Eine unglaubliche, historische Vorstellung von Paul Seixas auf der zweiten Etappe der Baskenland-Rundfahrt.
Er hatte angekündigt, das Gelbe Trikot nicht defensiv zu verteidigen, und er hat diese „Drohung“ voll eingelöst: mit einer brachialen Attacke 26 Kilometer vor dem Ziel, die seine Rivalen chancenlos ließ.
Zwei Etappen, zwei Siege und die Baskenland-Rundfahrt praktisch entschieden. Im Kampf ums Podium zeigten die Red Bull BORA-Fahrer Stabilität, mit Florian Lipowitz und Primoz Roglic in guter Position.
Auch von Fahrern wie Cian Uijtdebroeks und Ion Izagirre kamen gute Signale. Sehr schwache Eindrücke hingegen bei Juan Ayuso und Isaac del Toro.
Der Spanier hat eine gewisse Ausrede, da ihm nach seinem Sturz bei Paris–Nizza noch Form fehlen könnte. Der Mexikaner hat diese Ausrede nicht, er war über die gesamte Etappe schlecht positioniert.
Am Ende aber ist die Hauptgeschichte heute Seixas. Ein Star ist definitiv geboren. Und ja, er sollte in diesem Jahr die Tour de France fahren.

Paul Seixas ist nur über 2 km davon entfernt, zwei Etappen in zwei Tagen zu gewinnen
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Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
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- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








