Tadej Pogacar nutzt die Tour de Suisse zur Vorbereitung auf die Tour de France und hat seine starke Form bereits bestätigt. Über die ersten beiden Etappen hinweg diktierte er das Rennen, während auch der Block von
UAE Team Emirates - XRG tourreif wirkt. Team-DS
Mauro Gianetti teilte nach dem meisterhaften Auftaktsieg des Slowenen seine Einschätzungen.
„Die Mannschaft arbeitet gut, wir machen Fortschritte, und unsere Fahrer sind in guter Verfassung. Joxean Matxin wird entscheiden, wer zur Tour fährt“, erklärte Gianetti gegenüber
In de Leiderstrui. Obwohl er selbst zuvor geäußert hatte, dass die Tour de France nicht in seinen Plänen stehe, tauchte João Almeida in Gianettis Worten plötzlich als mögliche Option auf – wenn auch als unwahrscheinliches Szenario.
„João Almeida scheint das einzige Fragezeichen zu sein. Er hat sich von einem Virus nicht gut erholt, daher erwarten wir ihn im Juli nicht. Seine Genesung ist wichtiger, und der Rest des Teams ist in guter Verfassung“.
Nur der Aufbau und die Rückkehr von Adam Yates werfen noch Fragen für die UAE-Aufstellung zur Tour de France auf, während Felix Grossschartner in der Schweiz ebenfalls starke Form zeigt. Das Emirati-Team steht mit dieser Lage nicht allein da: Team Visma | Lease a Bike muss Wout van Aert und Christophe Laporte in der ursprünglich geplanten Aufstellung ebenfalls ersetzen.
Pogacar bestätigt Trainingsform
Mit Blick auf die Schweiz war Tadej Pogacar gut drauf. Doch das Team brauchte die Bestätigung, dass sich das in Resultate auf der Straße übersetzt. „Wir kennen die Zahlen aus dem Training, aber wenn man jemandem eine Startnummer anheftet, sucht man trotzdem nach Bestätigung“.
Auf Etappe 1 lieferte ein Soloritt über rund 70 Kilometer den besten Beweis und zementierte die Gesamtwertung bereits am ersten Tag. „Es war nicht der Plan, so früh anzugreifen, aber wir wollten das Rennen kontrollieren. Wir wollten gewinnen, das Leadertrikot holen und unsere Form testen. Aber er ist eben schon gegangen“.
„Wir wussten, dass es nicht der ideale Tag war, um etwas zu versuchen, doch dieses Rennen dauert nur fünf Tage, also wollten wir die Chancen nutzen“, erklärte Gianetti. „Tadej war zufrieden mit seinem Einsatz an einem heißen, anspruchsvollen Tag. Ich denke, er hat alle Antworten gefunden, nach denen er gesucht hat“.
Pogacar crossing the finish line on stage 2 of the Tour de Suisse
Tour-de-France-reifer Pogacar schon in der Schweiz?
„Es war, wie es war, und Tadej tat letztlich, was er schon zuvor getan hat. Er nahm die Situation, wie sie kam. In der Gruppe dahinter wurde natürlich etwas gepokert. Tadej ist ein Gewinn für den Radsport, weil er immer Spektakel liefert. Er gibt den Menschen etwas und gewinnt nicht nur, er gewinnt mit Esprit. Wir erleben etwas Besonderes, und das wissen auch die Fahrer im Peloton. Sie haben Respekt vor Tadej.“
Auf Etappe 2 war Pogacar sichtbar auf die Gesundheit seiner Partnerin Urska Zigart fokussiert, die am frühen Tag schwer stürzte und einen Kieferbruch erlitt. Im Finale wollte er Teamkollegen Jhonatan Narváez bei der Jagd auf ein Ergebnis unterstützen, doch der Ecuadorianer hatte am Ende nicht die Beine. Pogacar attackierte den letzten Anstieg des Tages und fuhr gemeinsam mit Mathias Vacek ins Ziel, wodurch er seine Führung ausbaute.
Alles deutet darauf hin, dass Pogacar erneut sein Topniveau erreicht, mit einem Zeitfahren und einer Hochgebirgsetappe, die in der Schweiz noch als Härtetest folgen. Trotz allem bleibt das Team geerdet, im Wissen um die Qualität der Konkurrenz.
„Die Tour de France ist kein Rechenschieber“, versichert Gianetti. „Das Niveau ist jetzt sehr hoch, aber wir müssen Tadej erst in der Tour sehen. Dort hat er weitere drei Wochen, um zu wachsen. Jonas Vingegaard? Er weiß genau, wer Tadej ist, und arbeitet hart, um seine beste Version zu sein. Aber das tun wir auch“.