„Die Hand rutschte vom Lenker“: Red Bull - BORA - hansgrohe-Sportdirektor Lodewyck erklärt, was Remco Evenepoels ungewöhnlichen Sturz verursachte

Radsport
Mittwoch, 25 März 2026 um 22:15
RemcoEvenepoel_InjuriesCatalunya2026
Die dritte Etappe der Volta a Catalunya deutete auf einen regulären Sprint der vielseitigeren Sprinter hin, doch ein beherzter Vorstoß von Remco Evenepoel, begleitet von Jonas Vingegaard, drohte den schnellen Männern die Show zu stehlen. Am Ende zerstörte mangelnde Zusammenarbeit die Aussicht auf den Coup direkt vor dem Ziel. Evenepoel setzte der Enttäuschung zudem die Krone auf, indem er im letzten Kilometer stürzte und so noch härter traf. Was ist dort passiert?
Laut Red Bull - BORA - hansgrohe-Sportdirektor Klaas Lodewyck war kein Kontakt oder klassischer Rennvorfall die Ursache des Sturzes. „Er rutschte von den Bremsgriffen und wollte in den Unterlenker greifen. Dann fuhr er in ein Loch in der Straße und glitt vom Lenker ab“, erklärte Lodewyck gegenüber Sporza.
„Sein Vorderrad sprang leicht weg und er hatte das Rad nicht mehr unter Kontrolle“, ergänzte er und beschrieb einen Moment, der den Fahrer völlig unvorbereitet traf.
Begleitet vom jungen Luke Tuckwell schleppte sich Evenepoel alleine über die Ziellinie, zwei Minuten nach dem Etappensieger Dorian Godon. Der Belgier war gezeichnet, mit Blutungen am linken Ellbogen.

Sehen wir Remco morgen am Start?

„Der Arzt untersucht ihn jetzt. Von hier an geht es Tag für Tag“, sagte Lodewyck. „Zuerst müssen wir sehen, wie er durch die Nacht kommt.“
Für Donnerstag war das erste Duell der Klassementfahrer mit Ziel im Skigebiet Vallter 2000 erwartet worden, doch der Schlussanstieg wird wegen extrem starker Windböen gestrichen. Das verschafft Evenepoel einen zusätzlichen Tag zur Erholung. Den wird er für die letzten drei Etappen der diesjährigen Catalunya brauchen.
Dorian Godon schlägt Remco Evenepoel und Tom Pidcock im Sprint der 1. Etappe der Volta a Catalunya 2026
Dorian Godon schlägt Remco Evenepoel und Tom Pidcock im Sprint der 1. Etappe der Volta a Catalunya 2026

Vieles steht auf dem Spiel

Etappe 5 endet am endlosen Coll de Pal nach einem Tag mit über 4.500 Höhenmetern. Tags darauf wartet der extrem steile Coll de Pradell und erneut ein Tag mit knapp 4.000 Höhenmetern. Falls im Gesamtklassement dann noch etwas offen ist, kann die chaotische Schlussetappe in Barcelona mit dem Montjuïc die Rangliste durcheinanderwirbeln.
Remco Evenepoel wird in diesen drei Etappen jede Kraftreserve benötigen, wenn er im Kampf um den Gesamtsieg mit Jonas Vingegaard mithalten will.
Sollte er jedoch nicht startklar sein, wäre ein Ausstieg mit Blick auf die Ardennen womöglich die vernünftigere Entscheidung. Schließlich ist die spanische Rundfahrt nicht der Saisonhöhepunkt von Evenepoel – das ist die Tour de France, bei der Red Bull - BORA - hansgrohe von seinem neuen Starzugang erwartet, den viermaligen Champion Tadej Pogacar herauszufordern.
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