„Die große Unbekannte ist jedoch Remco Evenepoel“ – das Führungsdilemma bei Red Bull - BORA Hansgrohe, zusammengefasst vom Eurosport-Analysten

Radsport
Donnerstag, 25 Juni 2026 um 12:15
Remco Evenepoel Red Bull
Das Doppelkapitänsmodell von Red Bull - BORA Hansgrohe mit Remco Evenepoel und Florian Lipowitz führt das deutsche Team in die Tour de France. Ein Eurosport-Analyst glaubt jedoch, dass gerade die Unwägbarkeit ihnen beim Grand Départ einen Podestplatz ermöglichen könnte.
Evenepoel und Lipowitz wurden als Doppelspitze für den 04.07. bestätigt, doch Teamchef Ralph Denk schien dies zu konterkarieren, indem er den Belgier als Kapitän und Lipowitz als „zweiten Mann“ bezeichnete, was auf eine Hierarchie hindeutet.
Beide Fahrer kommen allerdings mit unterschiedlicher Vorbereitung zur Grand Tour. Evenepoel beendete seine Klassiker-Kampagne bei Lüttich–Bastogne–Lüttich und verzichtete auf Vorbereitungsrennen, um ausschließlich zu trainieren. Lipowitz bestritt dagegen die Tour de Romandie und die Tour of Slovenia.
Im Jahr 2025 stand Lipowitz bei der Tour hinter Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard auf dem Podium, ein Jahr zuvor gelang Gleiches Evenepoel. Voigt vermutet, dass das Team erneut diese Platzierung anpeilt.

Voigt sieht das Team auf Podiumskurs

„Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Eine Doppelspitze hat man meist dann, wenn man selbst nicht fest an den Sieg glaubt. Dann schielt man eher auf Platz zwei, drei oder vier – was immer noch ein riesiges Ergebnis wäre“, sagte Voigt bei Eurosport.
Er traut Lipowitz ein erneutes Podium zu, hebt aber Evenepoel als die große Unbekannte hervor. Er werde mental frisch anreisen, könnte aber an Rennhärte fehlen.
Er ergänzte: „Ich glaube auch, dass er dieses Ergebnis wiederholen kann. Die große Unbekannte ist jedoch Remco Evenepoel. Wenn er zur Tour anreist, hat er seit über zwei Monaten kein Radrennen bestritten. Körperlich wird er stark und mental ausgeruht sein, aber ihm könnte die Rennhärte fehlen.“
Da die erste Tour-Woche in den jüngsten Ausgaben stets explosiv verlief, sorgt sich Voigt darum, ob der Ex-Weltmeister schnell in den Rhythmus findet. Für ihn geht es um Autorität im Feld und die Frage, ob Evenepoel die Positionskämpfe an der Spitze sofort mitgehen kann.
Florian Lipowitz
Florian Lipowitz

„Unerbittliche“ Realität des Radsports

„Der Radsport ist so unerbittlich geworden, dass höchstens Pogačar und Vingegaard noch ein wenig Respekt genießen. Deshalb wird es spannend zu sehen, wie schnell Evenepoel seinen Rhythmus wiederfindet.“
Er fügte hinzu: „Körperlich wird er problemlos mithalten können. Die Frage ist eher, ob er sich in diesen Positionskämpfen sofort wieder behaupten kann.“
Entschieden wird die Tour voraussichtlich in den Hochalpen – und dort setzt Voigt auf Lipowitz. Selbst wenn beide nur knapp in Schlagdistanz oder einer bereits im Rückstand liegt, sieht er darin noch immer einen Vorteil für das Team.
Voigt sagte: „Sobald es in die hohen Berge geht, halte ich Lipowitz derzeit für den stärkeren und zuverlässigeren Fahrer. Das ist keine Kritik an Evenepoel. Er ist Doppel-Olympiasieger und ein Ausnahmetalent. Aber dieses Jahr hat gezeigt, dass Lipowitz in den Hochalpen im Vorteil ist.“
„Die entscheidende Frage wird sein, welche Rolle Evenepoel im weiteren Rennverlauf einnimmt. Sollte er bereits zurückliegen, könnte er auf Etappensiege gehen oder sich komplett in den Dienst von Lipowitz stellen. Das wäre natürlich eine starke Kombination.“
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