
Tadej Pogacar ist es nicht fremd, Geschichte zu schreiben. Im Jahr 2024 hat der slowenische Star seine ohnehin schon außergewöhnliche Karriere auf ein neues Niveau gehoben und seinen Status als einer der größten Radsportler seiner Generation untermauert. Er gewann den Giro d'Italia in souveräner Manier und ließ seine Konkurrenten mit sechs Etappensiegen hinter sich. Nur wenige Wochen später holte sich Pogacartrium bei der Tour de France sein drittes Gelbes Trikot und dominierte erneut die Konkurrenz, zu der auch Superstars wie Remco Evenepoeland und Jonas Vingegaard gehörten. Damit war er der erste Fahrer seit Marco Pantani im Jahr 1998, der sowohl den Giro als auch die Tour im selben Jahr gewinnen konnte - ein absolutes Novum im modernen Radsport.
Aber für Pogacar ist die Saison noch nicht zu Ende. Am Horizont steht eine weitere monumentale Herausforderung: die UCI-Straßenweltmeisterschaften 2024 in Zürich am Sonntag. Wenn er das Straßenrennen der Männer-Elite für sich entscheiden kann, wäre das nicht nur eine weitere Bereicherung für seinen illustren Palmarès. Er würde ein Kunststück vollenden, das bisher nur zwei Fahrern gelungen ist: die Dreifachkrone of Radsport.
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Der Kurs: Ein Härtetest in Zürich
Das Straßenrennen bei den Weltmeisterschaften ist immer eine prestigeträchtige Angelegenheit, aber der diesjährige Kurs in Zürich zeichnet sich durch seine besondere Schwierigkeit aus. Mit einer Länge von 274 Kilometern und 4.200 Höhenmetern ist es ein Test, der die Fahrer an ihre absoluten Grenzen bringen wird. Die Strecke begünstigt Kletterer und Klassikerspezialisten und wird weithin als die härteste WM-Strecke seit der Ausgabe 2018 in Innsbruck, Österreich, angesehen, die in ähnlicher Weise reine Kletterfähigkeiten belohnte.
Mathieu van der Poel, der Titelverteidiger, will sein Regenbogentrikot behalten, aber die Strecke in Zürich kommt seinen Stärken nicht gerade entgegen. Im Gegensatz dazu spielt sie Pogacar direkt in die Hände, der die unerbittlichen Anstiege und die zermürbenden langen Strecken, die das diesjährige Straßenrennen bietet, besonders gut beherrscht.
Die Strecke beginnt mit hügeligem Gelände, bevor sie in eine Reihe harter Anstiege übergeht, darunter einige mit zweistelligen Steigungswerten. Sie wird die Stärke des Feldes ausloten, denn nur die stärksten Kletterer und Fahrer mit höchster Ausdauer werden auf den letzten Kilometern noch etwas übrig haben. Bei einem derart anspruchsvollen Profil ist es wahrscheinlich, dass sich das Rennen abnutzt und nur noch eine Handvoll Fahrer in der Schlussphase um den Sieg kämpfen wird. Für Pogacar, einen Fahrer, der immer wieder bewiesen hat, dass er in Abnutzungsrennen gut zurechtkommt, könnte dies die perfekte Plattform für einen letzten Sieg in einem Jahr sein, das bereits eine Ikone ist.
Die Dreifachkrone
Der Gewinn der Triple Crown im Radsport ist eine der exklusivsten Leistungen in diesem Sport. Es geht darum, drei der prestigeträchtigsten Titel in einer einzigen Saison zu gewinnen: den Giro d'Italia, die Tour de France und die Straßenweltmeisterschaften. Das Erreichen der Triple Crown ist der Gipfel des Erfolgs im Straßenradsport, denn es erfordert nicht nur die Fähigkeit, drei Wochen lang beide Grand Tours zu dominieren, sondern auch die Vielseitigkeit und Ausdauer, um die eintägige Prüfung der Weltmeisterschaften zu bestehen.
Nur zwei männliche Fahrer haben jemals die Triple Crown gewonnen: Eddy Merckx 1974 und Stephen Roche 1987. Beide sind Legenden des Sports, und ihre Triple Crown-Siege sind die Krönung ihrer Karrieren.
Merckx' Saison 1974 wird oft als die dominanteste in der Radsportgeschichte angesehen. Er gewann den Giro im Mai, fügte im Juli einen fünften Tour de Franc-Titel hinzu und beendete das Jahr mit einem Sieg bei den Weltmeisterschaften in Montreal. Seine Fähigkeit, bei verschiedenen Formaten und Strecken zu gewinnen - sei es bei Bergetappen, Sprints oder Zeitfahren - brachte ihm den Spitznamen "Der Kannibale" ein.

Tadej Pogacar bei der Tour de France 2024. @Imago
Stephen Roches Kampagne 1987 war zwar weniger dominant als die von Merckx, aber nicht weniger bemerkenswert. Nachdem er den Giro knapp gewonnen hatte, verblüffte er die Welt mit seinem Sieg bei der Tour de France, wo er Pedro Delgado und Jean-François Bernard besiegte. Bei den Weltmeisterschaften in Österreich sicherte er sich seinen Platz in der Geschichte, indem er seine Konkurrenten ausstach und sich das Regenbogentrikot für Irland sicherte.
Für Pogacar würde der Beitritt zu diesem illustren Duo seinen Platz unter den Besten der Radsportgeschichte festigen. Ein Sieg in Zürich wäre ein passender Abschluss für eine der spektakulärsten Saisons im modernen Radsport.
Kann Pogacar es schaffen?
Angesichts seiner diesjährigen Form ist Pogacar der große Favorit auf den Gewinn der Weltmeisterschaft und die Vollendung der Triple Crown. Die Dominanz, die er sowohl beim Giro als auch bei der Tour gezeigt hat, ist in der jüngeren Vergangenheit beispiellos, und seine Leistungen bei Etappenrennen haben ihn bereits als den talentiertesten Fahrer seiner Generation hervorgehoben.
Eine der größten Stärken von Pogacar ist seine Vielseitigkeit. Er ist nicht nur ein Kletterer oder Zeitfahrer, sondern ein kompletter Fahrer, der in einer Vielzahl von Terrains und Rennformaten seine Stärken ausspielen kann. Seine Fähigkeit, sowohl beim Giro als auch bei der Tour sechs Etappen zu gewinnen, die Bergankünfte und Zeitfahren beinhalteten, ist ein Beweis für seine Allround-Fähigkeiten. Diese Vielseitigkeit wird ihm auch auf der schwierigen Strecke in Zürich zugute kommen, wo Ausdauer und taktischer Scharfsinn ebenso wichtig sein werden wie Kletterfähigkeiten.
Ein weiterer Faktor, der für Pogacar spricht, ist sein Team. Die Slowenen haben ein starkes Team nach Zürich gebracht, darunter den vierfachen Vuelta-Sieger Primoz Roglic, der selbst ein Medaillenkandidat ist. Es ist zu erwarten, dass seine Teamkollegen an den Anstiegen ein hohes Tempo vorlegen, das Feld ausdünnen und viele von Pogacars Rivalen vor dem finalen Showdown eliminieren werden.
Pogacar ist zwar der Favorit, aber die Weltmeisterschaften sind bekanntermaßen schwer vorherzusagen. Da es sich um ein Eintagesrennen handelt, kann alles passieren, und eine Reihe starker Fahrer wird mit eigenen Ambitionen antreten. Mathieu van der Poel wird zweifelsohne motiviert sein, seinen Titel zu verteidigen, während Fahrer wie Remco Evenepoel und Primoz Roglic ebenfalls um den Sieg kämpfen werden. Wenn Remco Evenepoel seine Leistung vom olympischen Straßenrennen in Paris wiederholen kann, dann könnte er Pogacars Hoffnungen auf die dreifache Krone ernsthaft in Frage stellen.
Hinzu kommt die Unberechenbarkeit des Radsports selbst. Ein Sturz, ein mechanisches Problem oder ein perfekt getimter Angriff eines Konkurrenten könnten Pogacars Suche nach Geschichte zunichte machen. Doch wenn wir eines über Pogacar gelernt haben, dann ist es, dass er im Angesicht von Widrigkeiten gedeiht. Seine taktische Intelligenz, gepaart mit seinem körperlichen Talent, hat ihn immer wieder Herausforderungen meistern lassen.
Ein historischer Moment steht bevor
Während sich Pogacar darauf vorbereitet, in Zürich gegen die Weltelite anzutreten, könnte die Messlatte nicht höher liegen. Ein Sieg würde nicht nur eine Saison für die Bages abschließen, sondern ihn auch in das Pantheon der Radsportlegenden neben Merckx und Roche stellen. Es würde sein Vermächtnis als der vielseitigste und dominanteste Fahrer seiner Generation zementieren und vielleicht als einer der Größten, die jemals den Sport geprägt haben.
In einem Jahr, das schon so viel gebracht hat, steht Tadej Pogacaris nun an der Schwelle zur Geschichte. Alle Augen werden auf ihn gerichtet sein, wenn er bei den Weltmeisterschaften 2024 auf der Jagd nach der begehrten Dreifachkrone ist.

Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








