„Die beste Kletterform, die ich je hatte“ – Diesen Mann konnte Tadej Pogacar bei der Tour de Suisse nicht abhängen

Radsport
Freitag, 19 Juni 2026 um 15:30
Mathias Vacek folgt Tadej Pogacar bei der Tour de Suisse
Der zweite Tag der Tour de Suisse war einer für die Ausreißer, doch dahinter beeindruckte vor allem Mathias Vacek. Der Lidl-Trek-Profi konnte dem Angriff von Tadej Pogacar folgen – etwas, das man heutzutage selten sieht.
„Ich habe mich vom Start weg wieder gut gefühlt. Der Parcours lag mir sogar noch etwas besser als gestern, also habe ich wirklich an mich geglaubt“, sagte Vacek gegenüber CyclingPro.net. „Ich bin froh, dass ich heute am Anstieg mitgehen konnte. Das gelingt einem nicht jeden Tag.“
Der Tscheche zeigte bereits auf der Auftaktetappe starke Beine. Doch nur wenige hätten erwartet, dass der Klassikerspezialist, alles andere als ein Leichtgewicht, dem Träger des Gelben Trikots an einem kurzen, aber sehr steilen Anstieg folgt.
UAE Team Emirates - XRG arbeitete für ein Ergebnis im Sinne von Jhonatan Narváez, gut sichtbar, als Brandon McNulty und Pogacar selbst den ersten der finalen Anstiege und die Abfahrt anführten.
Mathias Vacek folgt Tadej Pogacar bei der Tour de Suisse
Mathias Vacek folgt Tadej Pogacar bei der Tour de Suisse 

Vacek folgt Pogacar an einem steilen Anstieg

Zunächst ließ Pogacar das Hinterrad von Narváez ziehen, um die Siegchancen seines Teamkollegen zu erhöhen, doch der Ecuadorianer bekam Vacek ans Rad, womit die Taktik ins Leere lief. Pogacar übernahm daraufhin selbst die Spitze der Gruppe, ließ dabei aber seinen Teamkollegen zurück.
Nicht jedoch Vacek, der nach dem Anstieg selbst Führungsarbeit leistete. „Es war schön, mit ihm vorne zu sein und zusammenzuarbeiten. Am Ende war es knapp, vielleicht zwei Sekunden oder so, aber die Ausreißer waren wirklich stark.“
Die unerwartete Kooperation von Vacek und Pogacar zahlte sich für beide im Gesamtklassement aus, vor allem aber zeigte sie ein bislang unerreichtes Niveau des 24-Jährigen.
„Ich wusste, ich muss mein Bestes geben, um das bestmögliche Ergebnis für das Team herauszuholen. Es war eine schnelle Etappe, und es war auch schwer, die Ausreißer zu stellen, besonders wenn praktisch nur UAE fuhr. Trotzdem war es ein guter Tag.“

Vacek mehr als bereit für die Tour de France

Anders als in den Vorjahren erreichte Vacek in den Frühjahrsklassikern nicht seine Topform, im Gegenteil. Doch er bewies, dass das nur eine Momentaufnahme war: Nach einem langen Trainingsblock ist er zurück auf höchstem Niveau.
„Nach der Klassiker-Saison habe ich gearbeitet. Ich hatte Zeit, mich auf dieses Rennen und auch auf die Tour de France vorzubereiten. Das ist wahrscheinlich meine beste Kletterform überhaupt“, gibt er zu. „Ich bin definitiv selbstbewusster an den Anstiegen als je zuvor.“
Mit den Abständen der ersten zwei Tage rückt für Vacek sogar das Podium in den Bereich des Möglichen. Er relativiert jedoch: „Wir sind nicht wirklich hier, um aufs Gesamtklassement zu fahren. Die Schlussetappe ist superhart mit langen Anstiegen, und ich glaube, da fehlt mir noch ein bisschen was. Ich will das Zeitfahren Vollgas fahren und sehen, wie ich abschneide. Von dort schauen wir weiter.“
Vacek dürfte im Zeitfahren an diesem Samstag auf seine direkte Konkurrenz weitere Zeit gutmachen, zudem zählt er zu den Siegkandidaten. Auch wenn er nicht der stärkste Bergfahrer ist, kann er sich behaupten und wird auf der anschließenden Königsetappe ein spannender Mann sein.
„Gestern habe ich gezeigt, dass ich mit den Besten mitfahren kann, und heute habe ich es wieder versucht. Gegen UAE und Tadej zu bestehen, ist nicht einfach, aber wir kämpfen weiter“, schloss er.
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