„Die Beine fühlen sich in diesem neuen Team sehr gut an“: Kevin Vauquelin setzt bei seinem INEOS-Debüt gleich ein Ausrufezeichen

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 23 Februar 2026 um 15:30
Kevin Vauquelin
Sieben Monate ohne Rennbelastung gelten selten als ideale Vorbereitung für ein Spitzenresultat im Gesamtklassement. Kevin Vauquelin widerlegte diese Annahme eindrucksvoll. Bei seinem ersten Einsatz seit der Tour de France 2025 fuhr der Franzose bei der Volta ao Algarve 2026 direkt auf Gesamtrang fünf - und das bei seinem Debüt für INEOS Grenadiers.
Fast noch aussagekräftiger als das Resultat war sein Auftreten. Vauquelin sprach nach dem Rennen mit hörbarer Zufriedenheit über seine neue Umgebung und vermittelte sofort das Gefühl, angekommen zu sein.

Ein selbstbewusstes Comeback nach sieben Monaten Pause

„Die Sensationen sind sehr gut mit diesem neuen Team“, erklärte Vauquelin nach der Schlussetappe laut Zitaten, die Cyclism’Actu sammelte.
„Ich bin mit Florian Lipowitz attackiert, ich dachte mir: ‚Man weiß ja nie‘. Mit meinen Beinen bin ich zufrieden“, ergänzte er. „Insgesamt war es eine gute Woche, da es mein erstes Rennen seit mehr als sieben Monaten war, deshalb bin ich sehr glücklich.“
Im Finale an der Algarve wartete Vauquelin nicht ab, sondern gestaltete das Rennen aktiv. Auf der entscheidenden fünften Etappe setzte er spät eine Attacke. Die Topfavoriten brachte er damit nicht entscheidend in Bedrängnis, doch sein Vorstoß unterstrich, wie sehr er aus Instinkt und Überzeugung fährt - nicht aus Vorsicht.
„Es war ein guter Tag für das Team, auch wenn Oscar um 10 Zentimeter am Sieg vorbeischrammte“, sagte er mit Blick auf Teamkollege Oscar Onley, der den Etappensieg am Schlussanstieg nur hauchdünn verpasste.
Dieser mannschaftliche Ton prägt INEOS zu Beginn des Jahres 2026 spürbar. Nach einer Phase der Neuausrichtung im Performance-Bereich und in der Führung präsentiert sich das Team geschlossen und fokussiert. Vauquelins sofortiger Einstand in den Top fünf verstärkt den Eindruck, dass Neuzugänge sich rasch integrieren und Verantwortung übernehmen.
Seine Leistung schafft zudem eine stabile Grundlage für die kommende Saisonphase. „Jetzt steht etwas Erholung an, dann setze ich das Training mit Blick auf Paris–Nizza fort“, erklärte er. „Es wird ein Mannschaftszeitfahren geben, das uns liegen sollte. Mit Oscar werden wir wohl die Chance haben, auf ein gutes Gesamtklassement zu gehen.“

Frühe Bestätigung des INEOS-Kurses

Für INEOS stand an der Algarve nicht allein der Gesamtsieg im Fokus, sondern die sportliche Breite und eine klare Richtung. Mit Onley, der nur knapp einen Etappenerfolg verpasste, und Vauquelin als Gesamtfünftem positionierte das Team mehrere Fahrer in der Spitzengruppe des Rennens.
Bemerkenswert bleibt der Kontext: Vauquelin absolvierte seine erste Rennwoche seit mehr als einem halben Jahr. Er zeigte keinerlei Zurückhaltung oder Anpassungsschwierigkeiten. Stattdessen trat er als offensiver Fahrer auf, vertraute seinen Beinen und bewegte sich selbstverständlich im neuen Umfeld.
Dieses Selbstvertrauen, von ihm selbst als „sehr gute Sensationen“ beschrieben, wiegt womöglich schwerer als das nackte Resultat. Während INEOS seinen strukturellen Neustart in die Saison 2026 trägt, senden die ersten Rennen klare Signale: Der jüngste Zugang hat seinen Platz gefunden.
Die Algarve entscheidet keine Saison. Doch für Vauquelin und INEOS lieferte sie etwas Entscheidendes - die Bestätigung, dass neuer Schwung entsteht und dass die frischen Puzzleteile beginnen, ineinanderzugreifen.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading