Kein Fahrer verbrachte so viel Zeit vor dem Peloton wie Baptiste Veistroffer. Der 26-Jährige bestreitet erst seine zweite Profisaison, doch seine Silhouette ist Fans weltweit aus Ausreißergruppen längst vertraut – darunter nicht weniger als viermal bei der Tour de France. Und bis 2028 bleibt der Franzose dabei, das Rennen in den Farben von Lotto-Intermarché zu beleben.
Seine Attacken brachten Veistroffer seinen ersten Profisieg bei der Tour of Oman ein. Bei der Grande Boucle war Veistroffer zudem Anwärter auf den Superkampfbarkeitspreis, der am Ende jedoch an Richard Carapaz ging.
Für seine nächsten zwei Jahre bei der belgischen Formation wünscht sich Veistroffer vor allem, seiner natürlichen Art treu zu bleiben – vor dem Peloton zu fahren –, auch wenn er sich nicht scheut, für seine Teamkollegen zu arbeiten.
„Vor allem möchte ich weiterhin so Rennen fahren, Spaß in der Ausreißergruppe haben und an der Spitze des Rennens sein“, sagte Veistroffer in einer
Mitteilung. „Ich will mein Temperament behalten und vor allem nicht ändern, wer ich als Fahrer bin. Es fühlt sich sehr gut an, dass das Team mich darin unterstützt. Und warum nicht versuchen, das bei der Tour de France im nächsten Jahr zu wiederholen?“
Zugleich versteht Veistroffer seine Rolle im Team breiter als nur auf Ausreißerchancen zu lauern. „Ich bekomme auch viele Gelegenheiten, für unsere Kapitäne in den Rennen zu arbeiten. Das Team stellt mir ein Rennprogramm zusammen, das wirklich gut zu mir passt und viele tolle Rennen umfasst“, betont er.
Kurt Van de Wouwer, Sportdirektor bei Lotto-Intermarché: „In den vergangenen zwei Saisons hat Baptiste gezeigt, dass er ein sehr eigenständiges Profil hat. Er scheut kein Risiko, fährt mit viel Initiative und prägt so den Rennverlauf. Gleichzeitig weiß er genau, wann er seine eigenen Ambitionen zurückstellt, um dem Team zu helfen. Diese Kombination macht ihn für uns besonders wertvoll. Wir sind überzeugt, dass er sich weiterentwickeln kann, und freuen uns, dass wir ihm in den kommenden Jahren den Raum dafür geben können.“
Eine verlässliche Kraft
Abseits seiner Präsenz im Rennen liegt Veistroffers Mehrwert in seinem schier unaufhaltsamen Motor, der ihm in der Saison 2026 bereits 81 Renntage eingebracht hat. Und der 26-Jährige ist noch lange nicht fertig, mit dem Heimrennen Bretagne Classic als nächstem Fixpunkt im Kalender.
Kurz wird seine Saison ohnehin nicht, sie reicht vom ersten WorldTour-Rennen des Jahres, der Tour Down Under, über die Tour de France bis zur finalen WorldTour-Runde, der chinesischen Tour of Guangxi. Kommen im September noch ein paar Starts dazu, könnte Veistroffer 2026 die magische Marke von 100 Renntagen anpeilen. Einen Großteil davon verbringt er abseits des Hauptfeldes...