Jonas Vingegaard bestreitet in diesem Jahr erstmals den Giro d’Italia – und hat am Freitag direkt ein besonderes Kapitel seiner Karriere geschrieben. Der Däne gewann seine erste Etappe beim Corsa Rosa und komplettierte damit seine Sammlung an Etappensiegen bei allen drei Grand Tours.
Der Erfolg hatte zudem eine historische Note: Vingegaard triumphierte am Blockhaus, jenem Berg, an dem einst auch
Eddy Merckx seinen ersten Giro-Etappensieg gefeiert hatte. Der Belgier prägte die Geschichte des Rennens wie kaum ein anderer Fahrer und trug die Maglia Rosa an mehr Tagen als jeder andere – nicht zuletzt dank seiner fünf Gesamtsiege.
Historische Parallele zu Merckx am Blockhaus
Vingegaard hat das Rosa Trikot bislang noch nicht erobert, gilt im Verlauf dieses Giro d’Italia aber als einer der großen Anwärter. Die Parallele zu Merckx ist nicht die einzige dieser Art im aktuellen Radsportjahr: Bereits im Frühjahr holte Paul Seixas seinen ersten Profisieg am Alto da Fóia bei der Volta ao Algarve – an demselben Anstieg, an dem Tadej Pogacar 2019 erstmals als Profi gewonnen hatte.
Jonas Vingegaard feierte am Blockhaus seinen ersten Etappensieg beim Giro d’Italia und übernahm zugleich das Blaue Trikot
„Ich freue mich vor allem, dass ich nun zu der Gruppe von Fahrern gehöre, die bei allen drei Grand Tours Etappen gewonnen haben“, sagte der Fahrer von
Visma - Lease a Bike, der nach seinem Sieg auf Rang zwei der Gesamtwertung liegt, im Zielinterview.
„Dass ich meine erste Giro-Etappe hier am Blockhaus gewinnen kann, ist ebenfalls etwas Besonderes, weil dieser Anstieg dem Giro offenbar viel bedeutet. Dass Merckx hier seine erste Giro-Etappe gewonnen hat… diesen Vergleich überlasse ich euch. Für mich selbst bedeutet das nicht allzu viel.“
Neben dem Etappensieg übernahm Vingegaard zwar nicht die Maglia Rosa, dafür aber die Führung in der Bergwertung. Sein Vorsprung auf Diego Pablo Sevilla beträgt lediglich einen Punkt. Dennoch könnte es aus sportlicher Sicht sogar Gründe geben, das Sondertrikot nicht allzu lange zu behalten.
Sondertrikot als möglicher Nachteil im Zeitfahren
Der Hintergrund: Das einzige Zeitfahren des Rennens steht auf der 10. Etappe an. Vingegaard würde dieses lieber im eigenen Visma-Skinsuit bestreiten als in einem vom Veranstalter gestellten Anzug, der aerodynamisch nicht zwingend dieselbe Performance garantiert.
„Ich bin froh über das Blaue Trikot. Das Zeitfahren ist nicht morgen, und so oder so freue ich mich, es mindestens einen Tag zu tragen. Morgen gibt es außerdem weitere Bergpunkte.“
Ein großes Thema wollte der Däne daraus jedoch nicht machen. „Im Moment müssen wir schauen, ob ich das Zeitfahren in unserem eigenen Anzug oder in einem anderen Anzug bestreite. In jedem Fall würde ich es nicht als Problem bezeichnen, das Trikot im Rennen zu haben.“