Egan Bernal leidet am Blockhaus: „Ich glaube nicht, dass ich meinen besten Tag hatte“

Radsport
durch Nic Gayer
Samstag, 16 Mai 2026 um 11:30
Egan Bernal
Egan Bernal hat sich beim Giro d’Italia seiner ersten echten Hochgebirgsschlacht in einer Grand Tour in dieser Saison gestellt. Auf einer Etappe, die unter den Anwärtern auf das Gesamtklassement für deutliche Abstände sorgte, geriet der Kapitän des Netcompany INEOS Cycling Team am Blockhaus-Anstieg sichtbar an seine Grenzen.
Während Jonas Vingegaard in einer eigenen Liga fuhr und mit einem klaren Vorsprung auf seine engsten Verfolger eine tiefe Lücke im Gesamtklassement riss, gehörte Bernal zu den Verlierern dieses ersten großen Klettertests. Der Kolumbianer war bis zum Blockhaus aussichtsreich platziert, verlor am Schlussanstieg jedoch früh gemeinsam mit Enric Mas den Anschluss an die Gruppe. Sein Rückstand fiel am Ende zwar geringer aus als zunächst zu befürchten, doch der Zeitverlust war dennoch deutlich.

Bernal kämpft sich zurück: „Ich habe versucht, mein Tempo zu fahren“

Bernal arbeitete sich schließlich wieder bis in die Gruppe um das Rosa Trikot von Afonso Eulálio zurück und erreichte mit ihr das Ziel. In der Tageswertung wurde er 21., sein Rückstand auf den Etappensieger betrug 2:57 Minuten.
Egan Bernal verlor am Blockhaus wertvolle Zeit, zeigte sich nach dem ersten großen Klettertest des Giro d’Italia aber kämpferisch
Egan Bernal verlor am Blockhaus wertvolle Zeit, zeigte sich nach dem ersten großen Klettertest des Giro d’Italia aber kämpferisch
Trotz der verlorenen Zeit auf den steilsten Rampen trat Bernal anschließend ruhig und analytisch vor die Medien. Er räumte ein, dass die Strecke vom Start weg extrem fordernd gewesen sei und kaum Raum zum Durchatmen gelassen habe.
Der Kapitän des britischen Teams sprach im Gespräch mit Cycling Pro Net offen über sein Gefühl am Berg. „Naja, ich glaube nicht, dass ich meinen besten Tag hatte. Der Start war super schnell, und ich habe versucht, mein Tempo zu fahren. Ich war schon sehr früh allein, und es war richtig windig. Deshalb habe ich dort, denke ich, viel Zeit verloren. Ich konnte keinen Windschatten nutzen, aber gut, ich glaube, weiter oben auf der Strecke wurde die Zeit wieder besser, und das ist das Wichtigste.“
Der starke Gegenwind entwickelte sich am Blockhaus zu einem unerwarteten Gegner. Bernal gab zu, dass ihn der schnelle Beginn und die schwierigen Bedingungen bereits früh am Schlussanstieg trafen und dazu zwangen, über viele Kilometer komplett allein zu fahren.

Besseres Gefühl als an den Tagen zuvor

In seiner Analyse ordnete Bernal die taktischen und meteorologischen Faktoren ein, die an diesem Tag zu seinem Zeitverlust führten. Gerade auf einer Etappe, auf der Energiemanagement entscheidend war, wurde der Kampf gegen Wind und Steigung für den Kolumbianer zur besonderen Belastungsprobe.
Von den verlorenen Minuten wollte sich der Profi des Netcompany INEOS Cycling Team jedoch nicht entmutigen lassen. Stattdessen sendete Bernal eine gelassene Botschaft zu seinem aktuellen Zustand und blickte mit vorsichtigem Optimismus auf die kommenden Etappen.
Auf die Frage, wie sehr ihn diese Intensität belastet habe, antwortete er unmissverständlich: „Nein, mir geht’s gut, wirklich gut, normal, nicht komplett leer. Bessere Beine als an den vorherigen Tagen, also denke ich, wir steigern uns von Tag zu Tag.“
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