„Das war wohl der beste Sprint, den ich je gefahren bin“ – Tom Pidcock bringt Sanremo-Form nach Katalonien und glänzt auf der 1. Etappe

Radsport
Montag, 23 März 2026 um 18:00
pidcock
Tom Pidcocks dritter Platz auf der Auftaktetappe der Katalonien-Rundfahrt 2026 brachte zwar keinen Sieg, untermauerte aber den Eindruck, dass der Brite seine bislang wohl beste Frühform in die Saison trägt.
Nur wenige Tage nach seinem zweiten Platz bei Mailand–Sanremo, wo ihn im Zweiersprint nur Tadej Pogacar schlug, fand sich Pidcock erneut am scharfen Ende eines fordernden Finales wieder.
Auf einer Etappe, die sich von einer kontrollierten Ausreißerphase zu einem selektiven, hochintensiven Finale entwickelte, zeigte er, dass er im reduzierten Sprint mit der Elite mithalten kann.
„Ja, es war eigentlich genau wie alle gesagt haben. Hart entlang der Küste, rauf und runter, mit Seiten-, Rücken- und Gegenwind“, sagte Pidcock nach der Etappe bei Cycling Pro Net und beschrieb ein Finale, das weit mehr als reine Endschnelligkeit abverlangte.

Von Sanremo nach Katalonien: Form im Fluss

Die Parallelen zwischen seinem Auftritt in Sanremo und dieser Auftaktetappe waren frappierend. Beide boten lange, zermürbende Anläufe, gefolgt von explosiven Finals, in denen Positionierung und Timing entscheidend waren.
In Katalonien wurde diese Dynamik durch späte Aggression von UAE Team Emirates XRG noch verschärft. Deren Antritt innerhalb der letzten 10 Kilometer sprengte das Feld kurzzeitig und erzwang eine Selektion. Pidcock blieb konsequent in der ersten Gruppe und positionierte sich unter den Schlüsselakteuren, als sich das Rennen neu ordnete.
Diese Fähigkeit, wiederholte Tempowechsel zu überstehen und anschließend dennoch einen konkurrenzfähigen Sprint abzurufen, wird zunehmend zu einem Markenzeichen seiner Fahrweise. Wie Pidcock erklärte: „Natürlich musst du eh vorne sein, weil das Finale so technisch ist. Ich musste ein bisschen früh losfahren. In so einem Sprint, wenn du einmal Geschwindigkeit verlierst, war’s das.“
Tom Pidcock, Tadej Pogacar und Wout van Aert auf dem Mailand–Sanremo-Podium
Pidcock wurde Zweiter bei Mailand–Sanremo 2026

Ein Sprint mit Perspektive

Als sich das Feld in den letzten Kilometern wieder sortierte, lief die Etappe auf einen schnellen, technischen Sprint einer reduzierten, aber hochkarätigen Gruppe hinaus.
Pidcock eröffnete seinen Sprint früh und konsequent, lag kurz in Siegposition. Remco Evenepoel kam in den Schlussmetern vorbei, bevor Dorian Godon beide im Fotofinish auf der Linie abfing.
Trotz der Niederlage zog Pidcock klare Zuversicht aus seinem Auftritt. „Aber ich glaube, das war wahrscheinlich der beste Sprint dieser Art, den ich je gefahren bin, damit kann ich zufrieden sein.“
Diese Einschätzung spiegelt nicht nur das Resultat, sondern vor allem die Art und Weise wider. Gegen ein Feld mit Grand-Tour-Anwärtern und starken Finisseurs konnte er nach einem anspruchsvollen Tag ihre Beschleunigung mitgehen, etwas, das in seiner Vergangenheit nicht immer selbstverständlich war.

Aufbau für den weiteren Verlauf der Woche

Es gab jedoch Anzeichen, dass die Leistung nicht völlig locker zustande kam. Pidcock räumte ein, dass seine Beine im frühen Rennverlauf nicht optimal waren und sich erst mit dem Fortschreiten der Etappe öffneten. „Heute Morgen habe ich gesagt, es war kein sehr hartes Rennen und ich fühlte mich erholt, alles gut. Aber tatsächlich waren meine Beine beim Start ziemlich schwer. Am Ende fühlten sie sich dann viel besser an.“
Diese Entwicklung könnte im Wochenverlauf wichtig werden. Mit schwereren Bergetappen in Aussicht kann die Fähigkeit, ins Rennen hineinzuwachsen statt zu verblassen, zum Trumpf werden.
Für den Moment ist die Erkenntnis klar. Nach seinem starken Auftritt bei Mailand–Sanremo hat Pidcock in Katalonien erneut auf höchstem Niveau abgeliefert und bestätigt, dass seine Form kein Ausreißer ist, sondern die kommenden Rennen prägen kann.
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