Die Saison 2026 steht vor dem Start. Es wird ein Schlüsseljahr, denn zugleich beginnt ein neuer Dreijahreszyklus. Doch es gibt weit mehr zu beobachten als nur den Abstiegskampf. Ein Fahrer weckt besonders hohe Erwartungen: Jakob Omrzel. Der Slowene gewann mit nur 19 Jahren die nationalen Elitemeisterschaften – die Vergleiche mit
Tadej Pogacar waren unausweichlich.
Jakob Omrzel vor 2026: Sloweniens nächster Grand-Tour-Hoffnungsträger
Umso mehr, als Omrzel, der nach seinem Aufstieg aus dem Development-Team nun für das WorldTeam von Bahrain Victorious fährt, auch die Gesamtwertung des Giro Next Gen, der U23-Version der Corsa Rosa, für sich entschied. Ein Slowene, der eine U23-Grand Tour gewinnt, mit großem Motor und stahlhartem Mindset. Das Drehbuch klingt vertraut.
2025 zeigte Jakob Omrzel, dass er zur künftigen Elite des Sports zählen will, und wenn man ihm zuhört, versteht man, warum viele ihn neben
Tadej Pogacar nennen. Das erläuterte er auch
in seinem Interview mit IDL Pro Cycling.
Omrzel betonte, dass er weiß, wie der Druck zunimmt, ihn das aber nicht beunruhigt. Er skizzierte zudem seine eigenen Ziele trotz der Vergleiche mit Pogacar und machte klar, dass sein Fokus auf Gesamtwertungen liegt, während die Kopfsteinpflaster-Klassiker etwas in den Hintergrund rücken.
„Die Öffentlichkeit erwartet viel, aber das beeinflusst mich nicht. Ich kenne meine Entwicklung und weiß, was ich kann. Die Ziele werden kommen. Druck hilft sogar: Er zwingt dich, daran zu glauben, dass du es schaffen kannst“, sagte Jakob Omrzel mit Blick auf die überragende Figur
Tadej Pogacar vor ihm.
Tadej Pogacar und Jakob Omrzel sind zwei Stars des slowenischen Radsports.
Roubaix, das Kopfsteinpflaster… und noch eine Parallele
Pogacar gewann früh in seiner Karriere die Tour de l’Avenir. Omrzel den Giro Next Gen. Gemeinsam haben sie noch etwas: Souveränität auf dem Kopfsteinpflaster. Während
Pogacar bei Paris–Roubaix in diesem Jahr glänzte, weiß Omrzel schon, wie sich ein Sieg dort anfühlt – als er vor zwei Jahren das Juniorenrennen gewann.
Sein Hauptfokus liegt jedoch anderswo: „Ich bin stärker auf Gesamtwertungen ausgerichtet. Aber es ist auch gut, sich auf dem Pflaster konkurrenzfähig zu fühlen. Das sind ganz andere Rennen und sie machen dich kompletter. Daran arbeite ich ebenfalls gern.“
Und wenn er sich definieren muss, zögert er nicht: „Ich bin ein Bergfahrer. Ich bin kein Sprinter, außer wenn nur noch Kletterer übrig sind und alle am Limit fahren. Dann kann ich es ausnutzen. Ich versuche, in allem besser zu werden, aber am Ende spezialisiert sich jeder auf das, worin er am besten ist“, schloss er.