„Das macht all die Opfer lohnenswert“: Van Aerts Familie feiert den lang ersehnten Monument-Sieg

Radsport
Montag, 13 April 2026 um 9:00
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Hinter jedem großen Erfolg im Profiradsport steht meist eine Familie, die viel dafür opfert. Das zeigte sich am Sonntagnachmittag eindrücklich, als Wout van Aert endlich die Pflastersteine von Paris–Roubaix bezwang. Seine Frau, Sarah de Bie, war vor Ort, um den historischen Moment zu feiern – auch wenn das legendäre Chaos des Rennens ihre Anreise in letzter Minute extrem erschwerte.

Der chaotische Sprint zum Velodrom

Rund um das Freiluftvelodrom in Roubaix drängen sich stets Tausende Fans, große Teambusse und dichter Verkehr. Sich dort am Renntag zu bewegen, ist ein Albtraum. Sarah de Bie bekam diese Realität am Wochenende hautnah zu spüren. Während ihr Mann auf der Bahn gegen Tadej Pogacar um den Sieg kämpfte, steckte sie draußen mit den beiden Söhnen Georges und Jerome in den Menschenmassen fest.
Wegen der verrückten Logistik und der riesigen Fanmengen verpasste die Familie den exakten Moment, als der belgische Star die Ziellinie zur zweiten Monument-Siegertrophäe überquert hatte.
„Es war chaotisch“, erklärte sie in Zitaten, die kurz nach dem Rennen von WielerFlits gesammelt wurden. „Das ist in Roubaix immer so, aber wir waren diesmal einfach zu spät im Ziel. Dadurch habe ich den Rennstress weniger miterlebt, um hier zu sein. Wir kamen nirgends durch. Ich habe es ignoriert und bin weitergegangen. Der Rest der Familie sowie Georges und Jerome haben den Zieleinlauf nicht gesehen, sind aber so schnell wie möglich hergekommen. Wout mag es immer, wenn wir im Ziel sind.“
De Bie betonte zudem, wie groß die Freude im gesamten Team Visma | Lease a Bike für ihn war – ein Zeichen des Respekts, den er im Peloton und in der eigenen Mannschaft genießt.
„Das macht all die Opfer wett“, sagte De Bie mit hörbarer Emotion. „Man sieht, dass alle sportlichen Leiter und Kollegen Wout diesen Erfolg wirklich gönnen. Es war manchmal schwierig, die positiven Gefühle zu Hause wiederzufinden, aber die Kinder helfen dabei.“
Van Aert sprintete Pogacar davon und gewann sein erstes Paris–Roubaix
Van Aert sprintete Pogacar davon und gewann sein erstes Paris–Roubaix

Die Vergangenheit abhaken und mit Pommes feiern

Nach Jahren der knappen Niederlagen beim größten Eintagespreis wirkt der erste Zieleinlauf als Sieger wie ein Reset für die Karriere. Negative Gedanken und alte Frustrationen sind auf einen Schlag weg. De Bie räumte offen ein, dass ihr Mann nach sportlichen Rückschlägen teils sehr dunkle Phasen erlebt habe, doch dieser eine Sieg lasse all das verblassen.
Jetzt kann die Familie durchatmen und diesen Meilenstein gemeinsam genießen. Und für eine junge belgische Familie fällt der Plan für die Feier traditionsgemäß schlicht aus.
„Er war manchmal ganz unten, aber das haben wir jetzt vergessen“, schloss sie mit breitem Lächeln. „Es ist sehr schön, dass es endlich geklappt hat. Man hat Georges gerade gefragt, wie er Papas Sieg feiern möchte, und er antwortete: Pommes. Also würde ich sagen, genau das machen wir.“
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