Am 04.02. stürzte
Mads Pedersen bei der Volta a Comunitat Valenciana an seinem ersten Renntag der Saison und brach sich dabei das Handgelenk sowie das Schlüsselbein. Zwischenzeitlich geriet sogar der gesamte Frühjahrsklassiker-Block ins Wanken, weil der Däne mehrere Wochen nicht aufs Rad steigen durfte.
Doch in dieser Woche sorgte er auf Mallorca für Aufsehen. Früher als erwartet saß der ehemalige Weltmeister wieder im Sattel - und überraschte damit selbst einige seiner Teamkollegen.
Pedersen trainiert zurückhaltend wieder draußen
Dabei handelt es sich nicht um ein Gerücht. Hobbysportler vor Ort sichteten den Kapitän von LIDL - Trek auf der spanischen Insel und bestätigten damit die Aussagen seines Landsmanns
Mathias Norsgaard. Der Profi schilderte, dass Pedersen sich ihm auf Mallorca angeschlossen habe. „Vor ein paar Tagen sehe ich ihn abends, und er steht da“, berichtete Norsgaard im
Forhjulslir-Podcast mit Eurosport-Journalist Anders Mielke.
Mads Pedersen, Star-Fahrer von LIDL-Trek
Die Szene, die er anschließend beschrieb, spricht Bände über Pedersens Zustand. „Er muss eine Orange auspressen - keine Ahnung, ob das Teil seines Trainings ist oder was - und ich sehe nur, wie er sich vor Schmerz windet, es tut höllisch weh. Natürlich tut es das. Sein Sturz ist keine zwei Wochen her, oder?“
Zwar zog sich Pedersen einen Schlüsselbeinbruch zu, doch vor allem das Handgelenk bereitete ernsthafte Sorgen. Eine solche Verletzung erschwert sicheres Fahren im Straßenradsport erheblich. Sauberes Handling im Peloton ist entscheidend - und noch mehr auf den brutal holprigen Pavé-Passagen, die im Frühjahr bei Rennen wie der Ronde van Vlaanderen und Paris - Roubaix warten.
Eine offizielle Bestätigung für seine Starts bei der Ronde oder in Roubaix gibt es noch nicht. Dennoch ist die Rückkehr auf die Straße ein positives Signal. Bis zu den beiden Monumenten bleiben ihm noch fünf beziehungsweise sechs Wochen. Zwar konnte er auf der Rolle trainieren und so seine Grundform stabilisieren, echte Fortschritte lassen sich jedoch nur draußen erzielen.
Dass Pedersen wieder auf der Straße unterwegs ist, zeigte eine weitere Episode, die Norsgaard mit einem Lächeln erzählte. „Ich bin unterwegs. Wir fahren vier Stunden, ich muss noch eine Stunde dranhängen. Ich fahre eine steile Rampe hinten raus, drehe um und sehe einen LIDL - Trek-Fahrer mit Begleitauto. Ich denke mir: ‚Was zur Hölle ist das?‘“
Als er näher kam, erkannte er die Regenbogenstreifen. „Dann komme ich näher und sehe die Weltmeister-Streifen. Und ich sage dir - er fährt nicht 300 Watt, er fährt in einem Tempo, bei dem ich Mühe habe, dranzubleiben. Da dachte ich nur: ‚Das ist völlig irre.‘“
Auf dem Papier wäre Mailand - Sanremo in etwas mehr als drei Wochen sein frühestmöglicher Renneinstieg. Entscheidend bleibt jedoch, wie sein Körper die steigenden Trainingsumfänge verkraftet - vor allem das Handgelenk, weniger die Beine.