Die weitreichenden Umstrukturierungen im Management von
Lidl-Trek Anfang Juni haben die Radsportwelt aufgerüttelt. Das Stühlerücken erfasste auch die Spitzenkonkurrenten Red Bull - BORA - hansgrohe und Visma | Lease a Bike: Alle drei Teams tauschten Personal in Schlüsselpositionen unmittelbar vor dem wichtigsten Rennen der Saison, der Tour de France.
Im dänischen Podcast Café Eddy blickt Szenegröße
Brian Holm hinter die Kulissen des Teams, das viele dänische Aushängeschilder vereint, darunter Mads Pedersen, Mattias Skjelmose und Top-Talent Albert Withen Philipsen – ein Thema, das ihn naturgemäß umtreibt.
Holm betont vor allem, dass sich der Radsport zunehmend den Gesetzen internationaler Geschäftswelt anpasst, ähnlich wie in größeren Märkten wie dem Fußball. „Es ist ein sehr genaues Abbild des Radsports momentan. Große Unternehmen wie Red Bull kommen rein, übernehmen und entlassen achtzig Prozent des Vorstands. Etwas Ähnliches passiert jetzt bei Lidl.“
Besonders stört Holm das auffällige Timing der Bekanntgabe. Die Meldung folgte nahezu unmittelbar nach dem Ende des Giro. „Es ist mitten in der Saison. Lidl-Trek hat bislang keine besonders gute Saison. Das sorgt zwangsläufig für Reibungen im Team, und ich fand die Stimmung im Lager nicht so gut wie sonst.“
Ist Andy Schleck der richtige Mann?
Auch der ehemalige Teammanager und Toursieger von 1996,
Bjarne Riis, hat sich zu diesem bemerkenswerten Stühlerücken geäußert. Er stellt offen die Frage, ob Andy Schleck, frisch in den Chefsessel von Luca Guercilena bei Lidl-Trek gerückt, der richtige Mann ist, um ein Unternehmen dieser Größenordnung zu führen.
„Das ist eine gute Frage. Ich finde ihn ehrlich gesagt recht schwer einzuschätzen. Für viele ist Andy noch immer der fröhliche Typ, den sie im Peloton mochten. Einer, der eher lässig war – und deshalb fällt es ihnen vielleicht schwer, ihn in dieser Rolle zu sehen“, räumte Riis seine Bedenken ein.
„Aber es sind ein paar Jahre vergangen, und er ist seit seiner Fahrerzeit ohne Zweifel deutlich gereift. Er hat in Luxemburg ein erfolgreiches Fahrradgeschäft aufgebaut und war bei Skoda sowie der Luxemburg-Rundfahrt engagiert. Er ist es also gewohnt, voranzugehen.“