In den letzten Jahren wirkt die
Tour de France wie ein Spielplatz für das Team mit den besten Karten – sprich: dem überragenden Favoriten –, dem dann fast alles durchgeht. 2022 demonstrierte Jumbo-Visma das mit sechs Etappensiegen, verteilt auf Jonas Vingegaard und Wout van Aert. Jetzt erlebt man ein Déjà-vu bei UAE Team Emirates – XRG.
Die Emiratis ließen in der ersten Woche nur Krümel für die Konkurrenz übrig: Isaac del Toro und Tadej Pogacar holten drei Etappensiege und trugen zwischenzeitlich fast alle Sondertrikots.
Auf Etappe 9, eigentlich prädestiniert für eine erfolgreiche Flucht, mussten die Ausreißer erneut bis zum Anschlag fahren, um das Hauptfeld mit einem hungrigen Mads Pedersen abzuwehren. UAE ließ die Gruppe – zeitweise 18 Fahrer stark – nie weiter als eine Minute weg.
Der Grund? Pogacar erklärte, Tim Wellens „mag es einfach“, vorne das Tempo hochzuhalten.
„Manche Teams konnten nichts richtig machen, wie Jumbo-Visma zu ihren Dominanzzeiten, aber Pogacars Team macht scheinbar nichts falsch. Sie kommen schon wieder damit durch“, zieht Ex-Profi
Thomas Dekker im Podcast Live Slow, Ride Fast den Vergleich.
Zum Glück ging alles gut
Am Ende setzte UAE Team Emirates – XRG im Finale nur zwei Helfer wirklich ein und kam dennoch mit vier Fahrern in der Verfolgergruppe hinter den Ausreißern an.
„Das hat in der Nachführarbeit etwas gekostet, aber nicht alles“, betonte Dekker mit Blick darauf, dass im Wesentlichen Felix Großschartner und Tim Wellens Körner ließen.
Mathieu van der Poel gewinnt Etappe 9 der Tour de France 2026
Wäre die Fluchtgruppe gestellt worden, hätte sich UAE im Feld wohl mächtige Gegner gemacht – allen voran Mathieu van der Poel: „Sie hatten eigentlich Glück, dass die Gruppe durchkam, denn sonst hätte Van der Poel gedacht: ‚Heute schon wieder, ja?‘“
Nach dem Ziel scherzten Van der Poel und Pogacar über die Etappe. Der Slowene wirkte sichtlich erfreut über das spätere Backstage-Wiedersehen. Dekker: „Klar, dann war sofort wieder alles vergessen.“