„Da ging einiges gründlich schief“ – Visma reagiert, nachdem der Giro d’Italia‐Auftakt Jonas Vingegaards Strategie bestätigt

Radsport
Freitag, 08 Mai 2026 um 19:45
Jonas Vingegaard
Team Visma | Lease a Bike sah sich nach der chaotischen Auftaktetappe des Giro d’Italia 2026 in ihrer vorsichtigen Finale-Taktik für Burgas voll bestätigt, nachdem ein Massensturz innerhalb des letzten Kilometers das Feld zerrissen hatte.

Visma | Lease a Bike setzt auf Risikominimierung

Während Paul Magnier den Sprint aus einer reduzierten Spitzengruppe gewann und das Maglia Rosa überstreifte, blieben Jonas Vingegaard und der Rest von Visma im aufgeheizten Finale bewusst weiter hinten im Feld, statt sich mit den Sprintzügen um die Position zu balgen. Diese Entscheidung hielt den Giro-Favoriten am Ende aus allen Schwierigkeiten, als der erwartete Massensprint im Chaos endete.
Im Anschluss erklärte Sportdirektor Marc Reef in der teaminternen Presseaussendung, dass Risikovermeidung über den ganzen Tag oberste Prämisse gewesen sei. „Das Wichtigste für uns heute war, sicher ins Ziel zu kommen“, so Reef in einer Pressemeldung nach der Etappe. „Die Jungs kamen ohne Probleme in die letzten fünf Kilometer, damit bestand keine Gefahr mehr, Zeit zu verlieren.“
Der Auftakt in Bulgarien galt trotz flachem Profil als heikler Tag für die Gesamtwertung: frische Beine, nervöses Positionsfahren und Sprintzüge im Kampf um das erste Maglia Rosa sorgten den ganzen Nachmittag über für eine angespannte Atmosphäre.
Diese Spannung entlud sich im Schlusskilometer, als ein großer Sturz den Großteil des Pelotons fast zum Stillstand zwang und nur rund zehn Fahrer weiter um den Sieg sprinten konnten.

„Wir haben entschieden, im Hintergrund zu bleiben“

In der Schlussphase zeigte sich UAE Team Emirates-XRG um Antonio Morgado und Adam Yates konstant an der Spitze des Feldes, während Vingegaard und Visma auf dem Weg nach Burgas bewusst weiter innen im Hauptfeld blieben.
Reef bestätigte anschließend, dass diese Positionierung vollkommen beabsichtigt war. „In der Auftaktetappe einer Grand Tour steht immer viel auf dem Spiel“, sagte er. „Im letzten Kilometer ging es richtig schief. Wir haben entschieden, im Finale im Hintergrund zu bleiben.“
Die Strategie spiegelte Vismas generellen Ansatz für die ersten Giro-Tage rund um Vingegaard wider: klare Priorität auf Risikominimierung, bis das Rennen später in der ersten Woche selektiveres Terrain erreicht.
Die Fünf-Kilometer-Sicherheitsregel nahm zudem Druck von den GK-Fahrern im Finale und erlaubte Teams wie Visma, größere Positionsrisiken auf den letzten Metern zu vermeiden. Sämtliche Fahrer von Team Visma | Lease a Bike kamen letztlich unversehrt ins Ziel.

Blick richtet sich bereits auf Etappe 2

Auch wenn das Team auf der Auftaktetappe alle Gefahren umschiffte, rechnet Reef mit einem weiteren nervösen Tag, wenn der Giro am Samstag in Bulgarien fortgesetzt wird.
„Die morgige Etappe hat ein schwieriges Finale mit mehreren technischen Passagen“, sagte Reef. „Viele Fahrer dürfen vom Sieg träumen. Für uns bleibt das Wichtigste, möglichst gut durch die ersten drei Tage in Bulgarien zu kommen.“
Dieser vorsichtige Ansatz brachte auf Etappe 1 zwar nicht das Maglia Rosa, doch nach den Szenen von Burgas wird Visma den Auftakt als gelungen abhaken.
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