Chris Froome’s nächstes Rennen findet weder bei der
Tour de France statt, noch auf der Straße, und nicht einmal auf einem klassischen Rad.
Der siebenmalige Grand-Tour-Sieger nimmt am Together Crossing for the Pelagos teil, einer 225 km langen Waterbike-Herausforderung von Viareggio in Italien nach Monaco am 19. und 20.06. Froome gehört zu 32 Athletinnen und Athleten in der Charity-Staffel, mit den früheren WorldTour-Profis Jakob Fuglsang und Filippo Pozzato ebenfalls auf der Startliste.
Es ist Froomes Rückkehr in ein wettkampforientiertes Ausdauerformat, aber nicht ins Peloton. Der 41-Jährige hat für 2026 weiterhin keinen Profivertrag auf der Straße, nachdem sein Kontrakt mit Israel - Premier Tech, inzwischen als NSN Cycling Team firmierend, am Ende der vergangenen Saison nicht verlängert wurde.
Offiziell hat er seinen Rücktritt ebenfalls nicht bekanntgegeben. Vier Tour-de-France-Siege, ein Giro d’Italia, zwei Vuelta a España und kein formeller Abschied. Nun wartet Froomes nächste Rad-Challenge auf dem Mittelmeer.
Froomes ungewöhnliches Comeback führt ihn von Italien nach Monaco
Beim Together Crossing for the Pelagos werden die 32 Teilnehmenden in acht Viererteams aufgeteilt, um im Staffelmodus über offenes Wasser zu fahren. Die Route startet in Viareggio, führt durch italienische, französische und monegassische Gewässer und endet im Fürstentum Monaco.
Statt Rennrädern kommen Waterbikes zum Einsatz, Geräte mit pedalgetriebener Radbewegung auf schwimmenden Strukturen. Die Challenge ist mit den Stiftungen von Prinzessin Charlène von Monaco und Fürst Albert II. verbunden und rückt Meeresschutz, Wassersicherheit und Aufklärung rund um das Pelagos-Schutzgebiet in den Fokus.
Das Schutzgebiet umfasst eine ausgewiesene Zone im nordwestlichen Mittelmeer und ist für Meeressäuger und die Biodiversität von zentraler Bedeutung. Allein sportlich ist die Aufgabe außergewöhnlich. Mit Froome auf der Startliste bekommt sie zusätzliche Radsport-Relevanz.
Froomes Stellenwert im Sport bedarf kaum der Wiederholung. Die vier Tours, zwei Vueltas, der Giro d’Italia 2018 und jener Angriff am Colle delle Finestre waren lange gesichert, bevor seine Karriere in ihre merkwürdige Schlussphase driftete.
Froome gewann im Lauf seiner legendären Karriere sieben Grand Tours
Kein Vertrag, kein Rücktritt, keine Ziellinie
Der Sturz beim Critérium du Dauphiné 2019 veränderte die Richtung von allem, was folgte. Froome kehrte ins Rennen zurück, und sein dritter Platz am Alpe d’Huez bei der Tour de France 2022 ließ die alte Geschichte kurz aufscheinen, doch das vollständige Comeback blieb aus.
Seine Zeit bei Israel - Premier Tech wurde bislang zum letzten Kapitel seiner Straßenkarriere. Ein weiterer schwerer Trainingssturz im August 2025 verstärkte das Gefühl eines nahenden Endes, und sein Vertrag wurde nach Saisonende nicht verlängert.
NSN Cycling Team ist weitergezogen. Das Peloton ist weitergezogen. Froome jedoch hat nie jene formale Mitteilung gemacht, die Vermutungen zu Fakten machen würde.
Jetzt ist er zurück auf einer radähnlichen Maschine, zurück in einer wettbewerbsnahen Herausforderung und zurück an der Seite früherer WorldTour-Namen. Die Straßenkarriere, die Froome zu einem der prägenden Grand-Tour-Fahrer seiner Generation machte, bleibt ohne offizielles Schlusskapitel in der Schwebe.
Seine nächste Ziellinie wartet in Monaco, nach 225 km über Wasser statt drei Wochen durch Frankreich, Italien oder Spanien.