Auf den Hängen des Tourmalet – wie steht es um Lipowitz und Evenepoel?

Radsport
Donnerstag, 09 Juli 2026 um 16:11
Pogacar und Evenepoel bei der Tour
Die Tour de France ist im Hochgebirge angekommen, und UAE Team Emirates hat keine Zeit verloren. Bereits am Fuß des Col d’Aspin wurde das Tempo deutlich verschärft, doch auf den Flanken des Tourmalet begann das Rennen der Favoriten endgültig Form anzunehmen.
Noch 45 Kilometer waren auf der 6. Etappe von Pau nach Gavarnie-Gedre zu fahren, als das Feld immer kleiner wurde. Der legendäre Tourmalet, 17,1 Kilometer lang und im Schnitt 7,3 Prozent steil, zeigte schnell seine Wirkung. Vor allem im zweiten Teil, wo die Straße immer wieder mit neun Prozent und mehr ansteigt, wurden die ersten Schwächen sichtbar.
Aktualisiert Stand der Dinge drei Kilometer vor dem Gipfel : Pogacar attackiert, nur Vingegaard und Lipowitz bleiben in der Nähe.
Tadej Pogacar hat drei Kilometer vor dem Gipfel des Tourmalet die erwartete Attacke gesetzt und das Rennen der Favoriten endgültig eröffnet. Nur Jonas Vingegaard und Florian Lipowitz scheinen im ersten Moment in der Lage zu sein, dem Slowenen zu folgen. Für Remco Evenepoel wird es damit auf den steilen Hängen des Tourmalet erstmals richtig kritisch.

UAE kontrolliert, Traeen gerät unter Druck

UAE spannte zunächst Tim Wellens, danach Felix Grossschartner und Brandon McNulty ein. Das Tempo war hoch genug, um mehrere bekannte Namen aus der Favoritengruppe zu drängen. Torstein Træen, der Mann im Gelben Trikot, musste ebenso passen wie Thymen Arensman, Matteo Jorgenson und Matthew Riccitello.
Auch Tom Pidcock und Lennert Van Eetvelt gerieten in Schwierigkeiten. Kurz darauf musste Ilan Van Wilder abreißen, während Richard Carapaz ebenfalls den Anschluss verlor. Aus einem großen Favoritenfeld wurde plötzlich eine stark reduzierte Gruppe.

Lipowitz und Evenepoel bleiben dabei

Aus deutscher Sicht richtete sich der Blick vor allem auf Florian Lipowitz. Der Red-Bull-BORA-hansgrohe-Fahrer hielt sich in der ersten Gruppe der Kletterer und war dort weiterhin zwischen den großen Namen zu finden. Neben Pogacar, Vingegaard, Ayuso, Skjelmose, Seixas, Martinez und Bernal blieb auch Lipowitz im Rennen, als andere bereits zurückfielen.
Auch Remco Evenepoel machte bis dahin einen stabilen Eindruck. Während mehrere Helfer und Mitfavoriten über Bord gingen, blieb der Belgier in der Gruppe. Kommentator Renaat Schotte fasste es treffend zusammen: „Wat we al gezien hebben van Evenepoel tot nu toe, dat is goed.“

Die eigentliche Schlacht beginnt erst

Trotz des frühen Ausscheidens mehrerer Namen war klar: Der schwerste Teil des Tourmalet hatte gerade erst begonnen. Acht Kilometer vor dem Gipfel übernahm McNulty die Führungsarbeit, während UAE weiterhin mit mehreren Fahrern vertreten war. Pogacar saß komfortabel in der Gruppe, Vingegaard konnte zu diesem Zeitpunkt vor allem noch auf Sepp Kuss bauen.
Für Lipowitz und Evenepoel ging es in dieser Phase vor allem darum, keine Schwäche zu zeigen. Beide waren noch dort, wo sie sein mussten: in der Favoritengruppe, mitten im Kampf um die ersten echten Antworten dieser Tour.
Der Tourmalet liefert keine endgültigen Urteile, aber er sortiert gnadenlos aus. Und auf seinen Flanken war bereits zu sehen: UAE will früh Klarheit schaffen, Træens Gelb wackelt, und Lipowitz sowie Evenepoel bestehen ihren ersten großen Hochgebirgstest zumindest bis hierhin.
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