Lotto-Intermarchés jahrelange Aufbauarbeit mit belgischen Top-Talenten zahlt sich aus, doch bis 2027 dürfte ein Großteil den Rennstall verlassen haben. Laut einem aktuellen Bericht stehen sowohl
Arnaud De Lie als auch
Lennert Van Eetvelt vor Wechseln im Winter 2026.
De Lie ist seit seinem Profidebüt der Anführer des belgischen Teams und hat in den vergangenen Jahren maßgeblich zur Rückkehr in die WorldTour beigetragen – mit zahlreichen hochwertigen Siegen in Sprints und Klassikern.
Im vergangenen Sommer schlug er Mathieu van der Poel bei der Renewi Tour und genießt bis heute Vertrauen und Führungsrolle bei Lotto. Nun steht jedoch eine neue Karrierephase an – wohl mit höherem Gehalt und stärkerer Unterstützung.
Het Laatste Nieuws berichtet, dass mehrere Teams um ihn buhlten: Soudal - Quick-Step, Red Bull - BORA - hansgrohe, Groupama - FDJ und Alpecin - Premier Tech standen demnach in Kontakt mit dem Belgier.
Stattdessen sei entschieden, dass er zur kommenden Saison zum
Tudor Pro Cycling Team wechselt – und dort für die Frühjahrsklassiker an der Seite von Julian Alaphilippe, Stefan Küng und Matteo Trentin (dessen Vertrag noch nicht verlängert ist) fährt.
Auch Lennert Van Eetvelt vor dem Absprung
Das belgische Medium meldet zudem, dass das NSN Cycling Team und das XDS Astana Team mit Lennert Van Eetvelt in Kontakt stehen – damit droht der nächste Lotto-Leader den Abgang.
Der Kletterer hatte zuletzt keine konstante Serie, beeindruckte jedoch zu Beginn seiner Karriere enorm: 2024 gewann er die UAE Tour und die Tour of Guangxi. Verletzungen und Krankheiten bremsten ihn im Vorjahr – das bei der Tour de France endete – und in diesem Frühjahr erneut. Er wurde dennoch Sechster bei der UAE Tour und wird beim anstehenden Giro d’Italia auf Etappenjagd gehen.
Lotto-Intermarché-CEO über das Risiko, seine Leader zu verlieren
„Wenn Arnaud geht, haben wir eine große Aufgabe vor uns“, sagte Teamchef Jean François Bourlart im Gespräch mit
Het Nieuwsblad. Die Weichenstellungen hinter den Kulissen zu diesem Zeitpunkt des Jahres seien kein Geheimnis, er sprach offen über mögliche Abgänge seiner Leader – und die Notwendigkeit, sie gegebenenfalls zu ersetzen.
„Dann müssen wir Fahrer suchen, die die Siegerdynamik ins Team bringen. Arnaud braucht sicher ein vertrautes, familiäres Umfeld, in dem Dialog möglich ist. Aber manchmal muss man auch sagen: ‚Und jetzt greifen wir an.‘“
Zum Kletterer, der gut möglich zu NSN wechselt, erklärte Bourlart: „Lennert hat den Agenten gewechselt, und ein neuer Agent nimmt Kontakt zu neuen Teams auf. Ich respektiere deren Arbeit. Sie müssen dafür sorgen, dass ein Fahrer so viel wie möglich verdient. Aber inzwischen haben alle verstanden, dass Leistungen in der aktuellen Saison Vorrang vor Spekulationen über die Zukunft haben.“
Namen wie Valentin Madouas und Emilien Jeannière werden als mögliche Neuzugänge gehandelt, sollten neue Leader verpflichtet werden müssen. Dennoch droht dem belgischen Team eine schwierige Phase – nach den Abgängen von Alec Segaert, Maxim Van Gils, Florian Vermeersch und Victor Campenaerts in den vergangenen Jahren, ohne adäquaten Ersatz.
Verlässt Van Eetvelt das Team, schwinden auch die Chancen in bergigen WorldTour-Rennen. „Lennert ist sehr gut in die Saison bei der UAE Tour gestartet, dann kam der Sturz in der Strade. Dadurch fehlte zu viel Training für die großen Ziele. Die Ardennen kamen zu früh. Er war gut, aber nicht auf dem Level der ganz Großen. Lennert fährt nun den Giro, der einem Fahrer mit seinen Qualitäten gute Möglichkeiten bietet“, schloss er.